Fussball
Der FCK bei den Frauen einst in der Vorreiterrolle
Ganz so genau nehmen muss man es ja auch nicht mit dem Jubiläum. Es ist zudem so, dass sich die Pionierinnen des Frauen-Fußballs auch in den späten 1960er Jahren und vor allem dann 1970 auch nicht mehr stoppen ließen. Am 30. Oktober 1970 ist das Verbot beim Verbandstag in Travemünde wieder aufgehoben worden. Und zwar zum letzten Mal.
Denn schon in den 1920er hatten Frauen angefangen, den Sport für sich zu entdecken, was zu Verboten geführt hatte. Anno 2020 ist es nahezu eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen kicken. Doch das ist in vielen Ländern auch heute noch nicht so. Eine unermüdliche Kämpferin für ihren Sport ist die ehemalige Frankfurter Trainerin Monika Staab, die für den Fußball-Weltverband Fifa schon auf allen Kontinenten gearbeitet hat.
Jürgen Schmidt (56) hat zwar keine Fußball spielende Schwester. Der Mainzer hat sich des Themas aber sehr gerne angenommen, mit vielen Sportlerinnen, aber auch Star-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, der ehemaligen Nationalspielerin und Bundestrainerin Silvia Neid und der Potsdamer Trainer-Legende Bernd Schröder, der immer sehr gerne in die Pfalz zum TuS Niederkirchen kam, gesprochen – und dabei viel gelacht, viel gelernt und viel mitgenommen.
Damals hieß es noch Damenfußball
Der 1. FC Kaiserslautern gehörte zu den Befürwortern des – wie es seinerzeit hieß – Damenfußballs. 50 Jugendliche und junge Frauen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren kamen zum ersten Treffen. Allen voran engagierte sich der ehemalige Mannschaftsarzt Willi Pfeifer.
Am 11. August 1920 in Kaiserslautern geboren, hat er nach dem Abitur 1939 Medizin studiert und an der Ruprecht-Carls-Universität in Heidelberg seine Doktorarbeit zum Thema „Sportliche Rekordleistungen der Frau und ihr Einwirken auf Konstitution, Fertilität und Geburtsverlauf“ verfasst. Wie Markwart Herzog in seinem Buch „Frauenfußball in Deutschland“ weiter schreibt, hatte der Mediziner sich Ende der 1940er auch gegen die Expertenmeinung der damaligen Zeit gestellt mit seiner Ansicht, dass sich Leistungssport in keinster Weise bei Frauen negativ auswirkt. Vor allem eine Vermännlichung der Frauen sah er als nicht gegeben an. Aufgeschlossen gegenüber den Frauen war auch der damalige FCK-Präsident Willi Müller. Und so wurde das erste Spiel der FCK-Damen am 14. Juni 1970 angepfiffen. Es war ein 6:0-Sieg gegen Otterberg.
Ein sensationelles Tor des Monats
Eine Sensation war das erste „Tor des Monats“ einer Frau. Bärbel Wohlleben vom ersten deutschen Frauen-Meister TuS Wörrstadt hat es 1974 geschossen. Schmidt hat nicht nur mit ihr gesprochen, sondern auch mit dem ehemaligen ARD-Redakteur Klaus Schwarze, der die Weichen gestellt hatte. „Das war heftig, wie damals über Frauen-Fußball diskutiert wurde in der Sportschau-Redaktion. Damals war Chauvinismus noch ein komplettes Fremdwort“, erzählt er in dem Beitrag.
Für Silvia Neid jedenfalls war das „Tor des Monats“ motivierend. Als Elfjährige kam sie in den Verein zum Fußball. „Da hatte man das Gefühl gehabt, ich bin ja nicht alleine. Da gibt es ja noch mehrere, die Fußball spielen“, wie die aus Walldürn im Odenwald stammende Erfolgstrainerin in dem Beitrag bekennt.
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