Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Der Aufpasser: Marco Schuster spielt beim SV Waldhof eine Hauptrolle

Voll drauf: Marco Schuster
Voll drauf: Marco Schuster Foto: KUNZ

Am Montag (19 Uhr) tritt Fußball-Drittligist SV Waldhof Mannheim in Düsseldorf gegen den KFC Uerdingen an. Es wird eine Reise in die unschöne Vergangenheit. In der Gegenwart wird Marco Schuster wieder als Aufpasser beim Drittligaaufsteiger fungieren.

Es bedarf eines wachen Geistes, und es bedarf der Tatsache, nicht von übermäßiger Eitelkeit ergriffen zu sein, um seinen Job als Fußballer auf die Art und Weise auszuüben, wie es Marco Schuster tut. Schließlich werden die Marco Schusters in den Stadien selten bejubelt, oft werden sie nur rudimentär wahrgenommen. Dabei sind sie meist der Schlüssel für Erfolg oder Misserfolg einer Mannschaft. Die vielen spektakulären Partien der vergangenen Monate, die der SV Waldhof vor und nach dem Aufstieg in die Dritte Liga abgeliefert hat, hätte es ohne den defensiven Mittelfeldspieler auch gegeben. Allerdings wären sie nicht in dieser Häufigkeit gewonnen worden, wenn sich Schuster nicht um die Stabilität innerhalb des Waldhof-Spiels gekümmert hätte.

Der Mann für die Balance

„Ich versuche, unser Spiel zu lenken. Vor allem in der defensiven Ausrichtung“, sagt Schuster – und tut es. Der 24-Jährige ist der Aufpasser bei den Blau-Schwarzen, der mehr zu erledigen hat, als Bälle zu erobern und Zweikämpfe zu gewinnen. Schuster ist für die Balance auf dem Feld verantwortlich und erledigt diesen Job zuverlässig, damit seine offensiver ausgerichteten Kollegen im Mittelfeld offensiver ausgerichtet sein können. Im Grunde ist er so eine Art „halber“ Trainer, denn wenn die Mannheimer im Ballbesitz sind, achtet er darauf, wo ein Problem entstehen könnte, wenn der Ball verloren geht, und bereitet seine Kollegen und sich darauf vor. „Viele Spieler von uns denken eher offensiv, meine Aufgabe ist es, die Defensive im Auge zu haben“, sagt Schuster.

Den Job übernimmt er gerne und hat gute Voraussetzungen dafür, denn Schuster hat ein gutes Spiel-Verständnis und ist deshalb elementar für die Erfolge der Waldhöfer in den vergangenen Monaten. Die vielen starken Leistungen des SVW mit gepflegtem offensivem Fußball wären ohne die Absicherung durch ihn nicht möglich gewesen. „Ich werde nie ständig im gegnerischen Strafraum rumturnen“, erklärt Schuster ohne traurig darüber zu sein.

Was war, ist vergessen

Das Spiel am Montag gegen den KFC Uerdingen ruft in Schuster keine negativen Erinnerungen mehr hervor, obwohl der KFC den Mannheimern im Mai 2018 den Aufstieg in die Dritte Liga vermasselte, und der Spielabbruch im Play-off-Rückspiel den gesamten Klub erschütterte. „Die Uerdinger Mannschaft ist runderneuert, da spielt fast niemand mehr, der gegen uns auf dem Feld stand“, erklärt Schuster. Das Ziel für die 90 Minuten ist – auch ohne Revanchegedanken – klar: „Wir wollen einen Sieg holen.“ Der Mittelfeldspieler wird deshalb wieder laufen, grätschen und den Aufpasser spielen.

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