Sport Demonstration der Stärke

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Ljubljana. Die „echte“ Premiere von Christian Prokop als Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft geriet zu einem Triumphzug. In der Qualifikation für die Europameisterschaft im Januar 2018 in Kroatien schlugen die Deutschen gestern Abend in Ljubljana Slowenien unerwartet klar mit 32:23 (19:12).

Bob Hanning hat in seinem Handball-Leben unglaublich viel gesehen, doch selbst der Vize-Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) blickte beim Gang in die Kabine etwas ungläubig in Richtung der Anzeigetafel. Hanning hatte darauf gehofft, dass die deutsche Mannschaft einen guten Start unter Christian Prokop haben würde. Schließlich hatte der starke Mann im Verband monatelang dafür gekämpft, dass der Coach des SC DHfK Leipzig Nachfolger von Dagur Sigurdsson werden konnte. Was Hanning in den ersten 30 Minuten in der Arena Stozice gesehen hatte, übertraf selbst seine kühnsten Träume. 19:12 führten die Deutschen zur Pause – und hatten den WM-Dritten aus Slowenien teilweise vorgeführt. „Das war in allen Belangen eine Demonstration von Stärke, eines der besten Spiele der vergangenen Jahre“, sagte Hanning nach der Schlusssirene euphorisiert. „Wir waren hinten beweglich und haben vorne mit viel Selbstvertrauen agiert.“ Die Erleichterung war dem DHB-Vize anzusehen. Nicht nur der Trainer und die Spieler standen vor der Partie unter Druck – auch der Mann, der Prokop unbedingt ins Amt hieven wollte. Gerade einmal drei Trainingseinheiten waren Prokop geblieben, um seinem neuen Team seit Montag eine Idee davon zu vermitteln, wie die Mannschaft spielen solle. In Ljubljana wirkten das Tun der Spieler, als hätten sie die Vorgaben von Prokop bereits seit Jahren verinnerlicht. Besonders in den ersten 30 Minuten agierten die Deutschen nahe an der Perfektion. Die Abwehr war gegen die schnellen Slowenen hellwach und profitierte davon, dass Andreas Wolff herausragend hielt. Der Torwart des THW Kiel hatte schon zur Pause neun Bälle abgewehrt und entscheidend dazu beigetragen, dass die DHB-Auswahl uneinholbar mit 19:12 vorne lag. Die Defensive war die Basis für den perfekten Trainer-Einstand. „Wir haben viele Dinge richtig stark umgesetzt, die wir uns vorgenommen hatten, darüber freue ich mich“, war Prokop sehr zufrieden mit seinem Einstand in einem Pflichtspiel. Hanning hatte vor der Partie ein flaues Gefühl in der Magengegend gehabt, weil mit Steffen Weinhold und Kai Häfner zwei Linkshänder aus dem Rückraum wegen einer Erkältung fehlten. Die deutsche Mannschaft überdeckte dies mit einer bärenstarken Teamleistung. Herausragend: Torwart Wolff und Kapitän Uwe Gensheimer. Er bewies schon vor dem Anwurf Führungsqualitäten, denn die Körpersprache des Linksaußens war beeindruckend. Im Spiel entpuppte sich der Mann von Paris Saint-Germain danach als besonders nervenstark. Gensheimer war mit elf Toren bester Werfer der Begegnung und sorgte mit seiner Coolness vom Siebenmeterstrich dafür, dass die Deutschen auch nach der Pause nicht mehr in Gefahr gerieten, die Kontrolle über die Begegnung zu verlieren. So spielten sie Slowenien: Prost, Lesjak – Dolenec (5/3), Zarabec (2), Mackovsek (1) – Marguc (3/3), Razgor – Blagotinsek (2) – Henigman, Janc (2), Poteko (1), Miklavcic, Kodrin (1), Bezjak (4), Grebenc (2), Mlakar Deutschland: Wolff, Heinevetter – Wiede, Fäth (2), Drux (1) – Groetzki (4), Gensheimer (11/7) – Pekeler (2) – Lemke (1), Wiencek (3), Reichmann (2), Dahmke (2), Weber (4), Ernst, Pieczkowski, Kohlbacher Spielfilm: 2:5 (8.), 6:12 (18.), 7:14 (21.), 12:19 (Hz.), 17:24 (39.), 18:27 (46.), 22:28 (53.), 23:32 (Ende) - Zeitstrafen: 3/4 - Siebenmeter: 8/6 - 7/7 - Beste Spieler: Dolenec, Zarabec – Wolff, Gensheimer, Weber - Zuschauer: 10.500 - Schiedsrichter: Pichon/Reveret (Frankreich).

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