Sport
Biathlon: Schempp meldet sich zurück
Im Winter wird die Biathlon-Szene sie schmerzlich vermissen. Aber die zurückgetretene siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier wird ihrer Sportart erhalten bleiben. Diese Nachricht verkündete gestern am Rande der deutschen Meisterschaften im Chiemgau die Sportdirektorin des Deutschen Skiverbandes (DSV), Karin Orgeldinger: „Laura hat gesagt, dass sie die Fortbildung zur B-Trainerin machen möchte. Das freut uns natürlich.“
Die 26 Jahre alte Ausnahmeathletin werde aber nicht so schnell eine Funktion im DSV übernehmen. „Sie hat gesagt, sie möchte gerne Abstand gewinnen und schauen, was das Leben außerhalb des Biathlons bringt“, berichtete Orgeldinger über Dahlmeier. So wolle die Zollbeamtin die Trainerausbildung zunächst nur für ihre persönliche Weiterentwicklung nutzen.
Beim DSV hinterlässt Dahlmeier eine riesige Lücke. „Diese Siege in Reihe wird es wahrscheinlich so schnell nicht wieder geben“, ahnte Orgeldinger, merkte aber auch an: „Mir ist nicht wirklich bange.“ Die neue Frau an der Spitze dürfte Verfolgungs-Weltmeisterin Denise Herrmann (31, Oberwiesenthal) sein, die gemeinsam mit Franziska Preuß (25, Haag) das Weltcup-Team anführen wird, dessen vier weitere Starterinnen Bundestrainer Mark Kirchner am Wochenende bekanntgibt. Dabei setzt der DSV mit seinem neuen Sportlichen Leiter Bernd Eisenbichler verstärkt auf die Akteure aus dem bisherigen Perspektiv-Team: Anna Weidel (23, Kiefersfelden), Janina Hettich (23, Schönwald), Vanessa Hinz (27, Schliersee) und Juliane Frühwirt (21, Tambach-Dietharz). Gespannt darf man sein, ob Karoline Horchler (30, Clausthal-Zellerfeld), Maren Hammerschmidt (30, Winterberg), Franziska Hildebrand (32, Clausthal-Zellerfeld) noch eine Rolle spielen werden.
Bei den Männern, bei denen Olympiasieger Arnd Peiffer (32, Clausthal-Zellerfeld) sowie die beiden Ex-Weltmeister Benedikt Doll (29, Breitnau) und Erik Lesser (31, Frankenhain) bereits für den in zweieinhalb Monaten in Östersund/Schweden beginnenden Weltcup gesetzt sind, dürfte Simon Schempp (31, Usingen) wieder in das Top-Team zurückkehren. Nach gesundheitlichen Problemen hatte er die WM in Östersund auslassen müssen. Im Frühjahr hatte er sich zudem einer Schulteroperation unterzogen. Mit Philipp Horn (25, Frankenhain), Lucas Fratzscher (25, Oberhof), Johannes Kühn (28, Reit im Winkl), Roman Rees (26, Schauinsland) und Philipp Nawroth (26, Nesselwang) stehen weitere Akteure auf dem Sprung ins Weltcup-Team. Spätestens nach Olympia 2022 in Peking wird der Generationswechsel vollzogen sein …