Kommentar
Ben Matschkes Abschied: Ein herber Verlust
Es war nur eine Frage der Zeit. Der Glaube, dass Ben Matschke auf ewig Trainer bei den Eulen Ludwigshafen bleibt, war eine Illusion. Matschke ist ein großer Bundesliga-Trainer, ein Coach, der erfrischend anders ist, nahbar, authentisch, innovativ, menschlich – und dazu noch erfolgreich.
Ben Matschke trainiert nun die HSG Wetzlar. Der hessische Bundesligist wird aber nicht die letzte Station in seiner Vita sein. Matschke hat das Potenzial, einen Top-Klub zu trainieren, ja sogar Bundestrainer zu werden. Er ist ein Trainer, der großen Wert auf psychologische und pädagogische Aspekte legt. Er redet sehr viel mit seinen Spielern. Er ist eine Art Vertrauensperson für sie. Er ist aber auch ein Schutzpatron. Matschke steht vor seiner Mannschaft.
„Er denkt zwei Ecken voraus“
Er achtet darauf, dass das Team an einem Strang zieht, kein Platz für Quertreiber ist. Matschke findet immer die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz. Der 38-Jährige hat nur eines im Blick: Ziele zu erreichen. Er ist zum einen ehrgeizig und zum anderen ein Trainer, der gerne neue Dinge ausprobiert. „Ich habe es gehasst, wenn ich als Spieler montags ins Training kam und immer das Gleiche ablief“, sagte er einmal. Abwechslung ist ihm daher sehr wichtig. Denn mit diesem Hauch von Unberechenbarkeit will Matschke seine Spieler fordern und fördern. „Er denkt zwei Ecken voraus“, sagt Eulen-Teammanager Philipp Grimm. Nicht nur das macht Ben Matschke so besonders.
Interview: Eulen-Trainer Ben Matschke nach seinem Abschied: „Ich bin immer noch leer“.