Handball
Ben Matschke hat in Wetzlar ganz viel umgekrempelt
130 Kilometer sind es von der Haustür Matschkes an der Bergstraße bis nach Wetzlar, „eine Stunde zehn Minuten, eine Stunde 15 Minuten, je nach Verkehr“, schätzt er. „Das lässt sich aber gut fahren, alles nur Autobahn“, sagt er. Er sei ohnehin ein entspannter Fahrer, fahre immer rechtzeitig los, um früh vor dem Training da zu sein. Die Zeit im mobilen Büro Auto nutze er meist zu Telefonaten. „So wie jetzt“, versetzt er lachend.
Von den Fußstapfen seines Vorgängers Kai Wandschneider, der Wetzlar seit 2012 trainiert hatte, spürt er nichts: „Da nehme ich nichts wahr.“ Ohnehin spiele die HSG-Mannschaft in der kommenden Saison nicht mehr das gleiche, wie in der vorangegangenen (Platz zehn). „Wir haben ganz viel umgekrempelt“, erzählt Matschke. „Neuer Trainer, neues System, viel Input, viel Umfang“, zählt er auf. Mit der Entwicklung ist er bisher zufrieden. „Die Bereitschaft der Jungs ist prima, die machen das hervorragend.“
Ein frühes Trainingslager
Matschke war mit dem Team schon früh im Trainingslager im Schwarzwald, hat dort viele Einzelgespräche geführt und die Vorsaison genau analysiert. In der Vorbereitung hat die HSG dann unter anderem neben der 6:0-Abwehr mit 5:1 eine weitere Abwehrvariante etabliert. „Gegen Essen haben wir das schon komplett durchgespielt und sehr deutlich gewonnen“, sagt Matschke zufrieden, „die Jungs adaptieren schnell.“ Das liegt auch daran, dass er in Wetzlar anders arbeiten kann. „Einen Nationalspieler und Vollprofi kannst du auch mal um 12 Uhr ins Büro rufen und ein Video besprechen.“ Der ganze Trainerstab stehe jederzeit zur Verfügung.
Neun Testspiele (Matschke: „Da haben wir immer nur auf uns geschaut“) hat seine Mannschaft hinter sich, zuletzt die knappe 30:31-Niederlage am vergangenen Donnerstag bei den Rhein-Neckar Löwen, bevor jetzt am Donnerstag bei den Füchsen Berlin der Saisonstart ansteht. „Die ersten sechs Klubs der Liga werden wohl wieder die gleichen sein. Dahinter, von Platz sieben bis zwölf, sind die Teams auf ähnlichem Niveau. Wir müssen hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen“, sagt Matschke. Er freut sich auf die Rückkehr der Fans, in Wetzlar sollen nach dem 3G-Modell bis zu 3000 kommen dürfen. „Das erhöht aber den Druck, vor allem auf meine jungen Spieler“, weiß er. Sicher auch schon in Berlin.