1. FC Kaiserslautern
Beim Gegner unbeliebter Edeltechniker: Ritter will beim FCK bleiben
Wenn Marlon Ritter auf dem Spielfeld zur Tat schreitet, hagelt es aus dem gegnerischen Fanblock durchaus auch mal Beleidigungen. Der Kapitän des 1. FC Kaiserslautern ist in fremden Kurven verpönt, versetzt die den eigenen Anhang immer wieder in Ekstase – etwa bei seinem späten 3:2-Siegtreffer im jüngsten Südwestderby gegen den Karlsruher SC.
Ritter würde offenbar gerne noch ein paar Jahre lang die Fans auf dem heimischen Betzenberg verzücken. Zuletzt verkündete er, einer Vertragsverlängerung nicht abgeneigt zu sein. Er fühle sich wohl in der Pfalz, das gelte auch für seine Familie. Seine Tochter sei in einem guten Kindergarten. Nun kommt es bei einer Vertragsverlängerung nicht immer nur auf den Spieler an. Auch der Verein muss an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sein. „Ich hoffe doch, dass sie noch Lust auf ein paar Jährchen mit mir haben“, wird Ritter bei der „Bild“ zitiert.
Anfang 2023 hat der bekennende Schalke-Fan seinen Vertrag beim FCK bislang zum letzten Mal verlängert. Angaben zur Laufzeit hatten die Roten Teufel damals, wie üblich, nicht gemacht. Seit 2024 ist der mittlerweile 31-Jährige Kapitän beim FCK. In der Saison 2025/26 16-mal zum Einsatz (RHEINPFALZ-Notenschnitt 3,5). Dabei gelangen ihm vier Tore. Unumstrittener Stammspieler ist er unter FCK-Trainer Torsten Lieberknecht aber nicht. Fünfmal kam er als Joker zum Einsatz. Nicht immer zeigte er sich glücklich mit dieser Rolle.
Kein unumstrittener Stammspieler mehr
Sportlich befindet sich Ritter vor allem mit dem stark aufspielenden Naatan Skyttä im Konkurrenzkampf. Dass er zuletzt wieder von Anfang an auf dem Rasen stand, liegt auch an der langen Ausfallliste beim FCK. Stürmer Ivan Prtajin fehlt noch bis in den Januar, auch Mahir Emreli war zuletzt verletzt. Daniel Hanslik, überlicherweise ein Kandidat für die zweite Halbposition hinter der Spitze, rückte eine Reihe nach vorne und machte Platz für Ritter.
Beim FCK ist der nicht unbedingt als Trainingsweltmeister bekannt. Dass er dennoch auf dem Rasen steht, auch wenn bei der Fitness noch Luft nach oben ist, spricht für seine fußballerischen Qualitäten. Ritter hat ein feines Füßchen. Das zeigte er unter anderem beim 3:1-Sieg im Dezember über Dynamo Dresden. Bei seinem Tor zum 2:0 täuschte er zunächst einen Schuss an, stoppte den Ball dann aus der Bewegung mit der Sohle, ehe er die Kugel doch noch flach neben den Innenpfosten setzte.
In der Mannschaft anerkannt und ein Wortführer
Auch als Anführer sind seine Qualitäten unbestritten. Nach dem üblen 1:6 im DFB-Pokal gegen Hertha BSC stellte sich der Kapitän als einziger Lauterer den Fragen der Medien. Wenn auf dem Feld einer seiner Teamkollegen angegangen wird, stürmt nicht selten ein aufgestachelter Ritter herbei und stellt sich vor die Gegner – was ihm dann und wann ein paar ermahnende Worte oder einen gelben Karton vom Schiedsrichter einbringt. Die Nummer sieben geht voran. Dann gibt es oft Applaus von den eigenen Anhängern, und Beleidigungen von den gegnerischen Fans.
