Wasserball
Beide Pfälzer Teams zum Saisonabschluss nicht wirklich zufrieden
Der SCN verspielte die mögliche Meisterschaft und die Aufstiegsrunde beim jetzigen Südmeister SV Cannstatt, Vorwärts hatte kein besonderes Ziel für die Spielrunde ausgerufen. So hatte die Partie den Charakter eines Freundschaftsspiels. Der SCN siegte mit 19:6 und beendet die Saison nach zwei Niederlagen auf Rang zwei. Vorwärts landet auf Platz sieben.
In Neustadt trat Vorwärts nur mit neun Spielern an und spiegelte damit auch einen Großteil des Saisonverlaufs wider. Kapitän Andreas Sommer berichtet von zahlreichen Ausfällen: verletzt, erkrankt oder aus privaten Gründen nicht im Einsatz. Er gesteht: „Wir hatten uns kein richtiges Ziel in dieser Saison gesetzt. Wir haben eine sehr dünne Personaldecke. Wir wollten einfach schauen, was geht. Wir hatten teils andere Prioritäten, wie Beruf oder Familie. Dennoch hatten wir uns mehr erhofft.“
Personalprobleme hüben wie drüben
Mit dieser Analyse könnte Sommer auch die Spielzeit des SC Neustadt beschreiben. Denn auch dort hatten zumindest Trainer Thorsten Preuß und Manager Michael Heinz mehr erwartet. Unausgesprochenes Ziel war Meisterschaft und Aufstiegsrunde. Nach einer guten Vorrunde, bei der auch Bundesliga-Absteiger Cannstatt im Stadionbad mit einer Niederlage nach Hause geschickt wurde sowie zwei Siegen gegen Bundesligisten im DSV-Pokal kam der Einbruch. Natürlich war der Höhepunkt das Viertelfinale gegen die dominierende Mannschaft der letzten Jahrzehnte, Spandau Berlin. Dass es hier die erste Niederlage der Saison gegeben hat, war einkalkuliert.
Danach folgte, wie immer im Frühjahr, der Abbau der Traglufthalle und eine dreiwöchige Wanderschaft durch die Hallenbäder der Umgebung. Mangelnde Trainingsbeteiligung, schlechte Möglichkeiten die taktischen Varianten zu üben waren die Folge, einschließlich der Niederlage in Cannstatt. Es folgte eine weitere Niederlage in Nürnberg, auch der süddeutsche Wasserpokal endete für den SCN „nur“ auf Rang zwei.
SCN braucht Verstärkung
Manager Heinz und Trainer Preuß sind sich einig: „Wir hätten das Saisonziel eindeutig formulieren müssen.“ Und beide kritisieren auch die ungenügende Trainingsbeteiligung der vergangenen Wochen. Preuß: „Für die kommende Saison gilt die Mission Meisterschaft. Wir brauchen eine bessere Spielerdecke.“ Der Kader des SCN setzt sich überwiegend aus Nachwuchsspielern zusammen, die als jetzt 20-Jährige erfolgreich in der U18-Bundesliga gespielt hatten, aktuell sind U16-Spieler in den Zweitliga-Partien gegen die gestandenen Männer der Gegner im Wasser. Lediglich Kapitän Matthias Held und Ex-Nationalspieler Timo van der Bosch dürfen als erfahrene Cracks bezeichnet werden. Um mehr Erfahrung ins Wasser zu bringen, war sogar Senior Stefan Ehrenklau (50) mehrmals im Einsatz. Manager Heinz will das Team nun verstärken.