Meinung Beeindruckende Bayern-Serie
Der Rekordmeister ist seit Jahresbeginn zu beeindruckender Form aufgelaufen. Die Bilanz ist großartig, es gab Siege am laufenden Band und nur ein Unentschieden gegen RB Leipzig. Ein Wackler gegen Mönchengladbach – geschenkt. Die letzte Niederlage datiert vom 7. Dezember. Die Bayern fanden nach einigen Turbulenzen wieder in die Spur und ließen die unterdurchschnittliche Hinserie vergessen. Daran hat Trainer Hansi Flick einen großen Anteil.
Hansi Flicks Anteil
Flick ist ein Spielerversteher, wie es einst Jupp Heynckes war, er hält die Sternchen bei Laune, aber er hat sich auch als Taktiker bewiesen. Flick hat einen Plan. Genau das wurde seinem Vorgänger Niko Kovac zum Verhängnis. Da holten die Bayern 2019 mit Kovac die Meisterschaft und den DFB-Pokal – und der Kroate hatte doch nicht das Standing wie andere Bayern-Trainer. Thomas Müller beschrieb das so: „Wenn dich deine Frau/Freundin zum Einkaufen schickt, und du hast einen Einkaufszettel dabei, dann weißt du genau, was du im Supermarkt zu tun hast.“ Heißt: Diese Anleitung hat den Assen gefehlt.
Hansi Flick also. Vom Assistenten zum Meistermacher. Nach der Schmach bei Eintracht Frankfurt, nach dem 1:5, kam es im November zum Wechsel. Der Plan, so einfach: Müller wurde wieder Stammkraft, als Vorbereiter ist er eine Wucht. Flick brachte auch Weltmeister Jérôme Boateng in die Spur, er beendete das Abwehr-Mittelfeld-Wechselspielchen mit Joshua Kimmich und er förderte die Entdeckung dieser Saison, Alphonse Davies. Ein Teilchen passte zum anderen, am Ende startet Leon Goretzka durch.
Die Abwehr ein Bollwerk
Spricht man über die Bayern, ist man sofort geneigt, die sagenhafte Offensive zu preisen. Aber was die Bayern stark machte im zweiten Teil der Saison, war die neu formierte Abwehr. Mit den Erfolgen wuchs das Selbstvertrauen, bei den Schlüsselspielen in Dortmund und Leverkusen nach der Corona-Pause blieb der Champion cool. Der BVB hat die Gunst der schwachen Münchner Vorrunde nicht genutzt.
Was wir nicht vergessen dürfen: Diese Saison war die erste Saison ohne die Legenden Franck Ribéry und Arjen Robben. Die Bayern haben den Umbruch am Ende souverän gemeistert. Holt der FCB Leroy Sané, vielleicht noch Kai Havertz, ist der Klub bestens aufgestellt.