FCK-Kolumne
Böhms Betze: Verfuddelt
Riewenickel. Das war das Erste, was mir einfiel, als Stefan Roßkopf im Trainingslager in Mals nach typischen Pfälzer Begriffen suchte. Hartriggel hätte ich recht spontan noch zu bieten gehabt. Hewwel. Dollbohrer. Schnorres, wo doch gerade Kevin Kraus vorbeilief. Oder Grumbeerschdammbes. Roßkopf, Medienchef des FCK, hatte die huldvolle Aufgabe, den neuen Co-Trainer Sascha Franz in die Tiefen des Landesdialekts einzuführen. Während Chef Dirk Schuster, wegen seiner Herkunft eher ein Vertreter der Landsmannschaft „Eiverbibbsch“, ob seines Wohnorts Karlsruhe und der Nähe zur Südpfalz nicht ganz so im Wortdunkel tappte, verstand der gebürtige Solinger Franz nimmie viel bis nix. Seit dem Transfer von Erik Durm entfaltet sich der Dialekt drowwe uffm Bersch zu immer größerer Blüte.
Der junge Mann macht aus seiner Herkunft (Bärmesens) nämlich so gar keinen Hehl. Schon gar nicht, wenn ihm einer das Aufnahmegerät unter die Nase hält, der seine Wurzeln selbst nicht immer verbergen kann. „Isch han misch bissje verfuddelt“, parlierte Durm nach dem 4:1 in der Generalprobe gegen Eupen, als er das Gegentor erklärte und auf seine Kappe nahm.
Machen kää Ferz in Kiel!
Sportkamerad Jean Zimmer (aus Derkem) lässt sich, derart animiert, nicht zweimal bitten. „Unn, Jean, jetzt bleib’sche Kabidän.“ „Isch han jo im Dräningslacher schun mal driwer g’sproch, riese Ehr.“ Unn, Jean, wolltsche raus, so hat’s ausg’sieh? „Wolle net. Isch dacht halt, de Arweitsdaach wär geloff ...“ War er nicht. Zum Glück, denn: „Mir dun die Minudde guud!“ Hosianna.
Wenn dann noch, wie gegen Hannover 96, Durm und Zimmer gemeinsam eine Seite beackern, versteht außenrum keiner mehr was. Wohl nicht mal Schuster. Was kommt ihm eigentlich so an Pfälzer Buchstaben-Kreationen in den Sinn? „Erdbeerbermche“. Das höre er öfter mal bei Thomas Hengen. Na wenn das so ist: Guude! Unn machen in Kiel jo kää Ferz.
