Handball
Ausgerechnet jetzt ist der Europameister der deutsche Gegner
Ribera wird die Deutschen am Donnerstag (20.30 Uhr) nicht unterschätzen, aber er weiß um ihre Schwächen. Schließlich weiß er auch um die Stärken seiner Spieler. Mit diesen hat die deutsche Mannschaft in der jüngeren Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Bei den Europameisterschaften 2018 und 2020 kassierte sie deutliche Niederlagen, in beiden Partien war die DHB-Auswahl chancenlos. Nur bei der Heim-WM 2019, im damals bedeutungslosen letzten Hauptrundenspiel, gelang ein knapper Sieg. „Wir haben noch etwas gutzumachen“, sagte Paul Drux.
Die besten Spanier holten alle wichtigen Klubtitel
Der Wille der Deutschen ist spürbar, es den Iberern zu beweisen, aber davon lassen die sich nicht aus der Ruhe bringen. Es gibt in Ägypten keine Mannschaft, die dermaßen routiniert und abgeklärt ist. Nicht nur bei den EM-Siegen 2018 und 2020 zeigten die Spanier ihr Können, die besten Spieler haben für ihre Klubs alle wichtigen Titel geholt. „Die haben alle schon große Partien gespielt und gewonnen“, verdeutlicht Torhüter Johannes Bitter den Erfahrungsvorsprung des Gegners.
Spanier sorgen für Konfusion beim Gegner
Ribera baut auf einen Stamm, der seit Jahren zusammenspielt, die Abläufe sind optimiert. In keiner Phase einer Partie verlieren die Spanier die Ruhe. Das führt nicht automatisch dazu, dass die Iberer jedes Spiel gewinnen, aber Hektik kommt auf dem Feld nicht auf. Im Gegenteil: Die Spanier versuchen, mit ihrer 5+1-Abwehr für Konfusion beim Gegner zu sorgen. Die Spielweise der Ribera-Schützlinge ist darauf ausgerichtet, Ballverluste beim Gegner zu provozieren und in eigene Tore über den Gegenstoß zu verwerten. Deutschland lief bei den klaren Niederlagen reihenweise in die Fallen, die ihnen von den Spaniern gestellt wurden.
Die Spanier wollen bei der WM eine Medaille gewinnen, das große Ziel aber sehen sie in einem halben Jahr vor sich: Bei den Olympischen Spielen in Tokio wollen Kapitän Raul Entrerrios und seine Kollegen aufs Treppchen. „Das ist unser Traum“, sagte der Spielmacher. Für die Spiele in Rio de Janeiro hatten die Iberer überraschend die Qualifikation verpasst, in Japan will sich die „große Generation“ krönen.