SPORT-KOLUMNE RHEINPFALZ Plus Artikel Aufsteigerteam des FCK braucht frisches Blut – und mehr Tempo

Ein Sommerflirt – oder viel, viel mehr? Der Bad Dürkheimer Tobias Sippel, der sich dem FCK eng verbunden fühlt.
Ein Sommerflirt – oder viel, viel mehr? Der Bad Dürkheimer Tobias Sippel, der sich dem FCK eng verbunden fühlt.

Die Richtung stimmt. Jetzt den Schwung und die Euphorie mitnehmen, dann wird das Grinsen bei den vielen Fans des 1. FC Kaiserslautern noch breiter.

Die „Betze“-Anhänger in der ganzen Pfalz, sonstwo in der Republik und in der ganzen Welt haben am Abend des 24. Mai um 22.31 Uhr ihren Himmelhochjauchzend-Aggregatzustand erreicht. Relegation gegen Dresden gewonnen, nach vier Jahren lähmender, verdammt teurer Drittklassigkeit zurück in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Der Blick geht nach vorn.

Torwart Matheo Raab, einer der Aufstiegshelden, der seine zuweilen klar erkennbaren Schwächen in der Strafraumbeherrschung bei hohen Bällen oft durch sensationelle Reflexe und Fußabwehren wettmacht, ist weg. Zurück bei seinem einstigen Torwarttrainer Sven Höh, der die Schlussmänner des HSV anleitet.

Neuer FCK-Torwart Krahl ist Raab nicht unähnlich

Die ersten Neuzugänge des FCK heißen Lars Bünning vom SV Meppen, Julian Krahl von Viktoria Berlin und Ben Zolinski von Erzgebirge Aue. Bünning ist Abwehrmann, ein Linksfuß, Zolinski ein Offensiv-Allrounder und Krahl ein Torwart mit ähnlichem Profi wie Raab. Krahl ist 22 Jahre alt, wurde unter anderem bei RB Leipzig ausgebildet, hat eine Drittliga-Saison so ziemlich durchgespielt. Allerdings hat er mit Viktorias Überraschungsaufsteigern vom vorigen Sommer deutlich mehr Gegentore bekommen als Raab.

Sippel und seine Sympathie für den „Betze“

Ob der Sommerflirt mit dem Bad Dürkheimer Tobias Sippel zu mehr führt als zu allseitigen Sympathiebekundungen? Der beliebte Torwart könnte sich eine Rückkehr in die Heimat mit der Familie vorstellen. Sehr vieles ist aber davon abhängig, was Borussia Mönchengladbach will, wo er seit 2015 unter Vertrag steht und wo er sehr, sehr gut bezahlt wird.

Zum Kontern muss man schnell sein

Sicher ist: Dem Lauterer Aufsteigerteam muss weiter frisches Blut zugeführt werden, es braucht schnelle, physisch starke Profis im Kader. Natürlich muss man als Novize damit rechnen, gegen den Abstieg zu spielen, selbst wenn die Anfangseuphorie Schwung bringt. Konter können eine kluge Option sein – und dazu muss man schnell sein.

Gleichwie, die Lust auf Gegner wie Raabs HSV – welch große Bundesligageschichten stecken in diesem Duell –, den FC St. Pauli, den Karlsruher SC als Derbypartner ist riesig. Ein Sommeranfang voller Vorfreude. Die Spielpläne für die Erste und Zweite Liga kommen am Freitag.

Zweite Liga: Tradition und Wiedersehensfreude

Viele Fans in der Pfalz hat auch der nicht minder traditionsreiche 1. FC Nürnberg. Sie können den „Club“ jetzt auch wieder auf dem Betzenberg anfeuern. Mit den geografisch nicht weit von Kaiserslautern entfernt beheimateten Klubs Darmstadt 98 und SV Sandhausen gibt es ein Wiedersehen. Und das in mehrfacher Hinsicht: Ex-FCK-Spieler Torsten Lieberknecht trainiert die Darmstädter „Lilien“, Ex-FCK-Coach Alois Schwartz hat Sandhausen vor dem Abstieg in die Dritte Liga bewahrt.

Lieber Schritt für Schritt

In Etage zwei will der FCK weiter auf Wolke sieben schweben und nicht gleich zittern müssen. Dass finanziell doch etwas Spielraum da ist, wenn es sportlich klemmt, haben die regionalen Investoren Professor Peter Theiss, Giuseppe Nardi, Klaus Dienes, Axel Kemmler und Dieter Buchholz klargemacht. Sie sorgen für Sicherheit und Rückenstärkung, wie Nardi jüngst noch einmal deutlich gemacht hat. Aber sie mahnen völlig zu Recht an: Schritt für Schritt, demütig bleiben, gerade als Aufsteiger, den Mund nicht zu voll nehmen.

„HPB“ – ein weiteres FCK-Gesicht

In Hans-Peter Briegel ist ein weiteres FCK-Gesicht noch näher an den Klub gerückt. Der Aufsichtsrat hat den 66-Jährigen, als Spieler Europameister und Vize-Weltmeister, als Nachfolger des zurückgetretenen Fritz Fuchs in seine Reihen berufen und zudem in den Beirat entsandt.

Das Gewicht des Aufsichtsrates indes wird überschätzt. Sagt Briegel. Stimmt. Wenn das Management gut ist. Entscheidend ist: auf dem Teppich bleiben – bei aller Euphorie. Auch der gelernte Bäcker Sippel hat mit kleinen Brötchen angefangen.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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