Sport-Kolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Auf dem Betzenberg und dem FCK muss ein Fluch lasten

Verschmitzt und erfreut nach dem Derbysieg: Marco Antwerpen debütierte im Februar dieses Jahres mit einem 2:0 beim SV Waldhof Ma
Verschmitzt und erfreut nach dem Derbysieg: Marco Antwerpen debütierte im Februar dieses Jahres mit einem 2:0 beim SV Waldhof Mannheim.

Wende oder Ende? Man muss nicht Kassandra heißen oder eine Glaskugel zu seinem Haushaltsinventar zählen, um vorauszusagen, dass Marco Antwerpen mit seiner Mannschaft langsam in die Erfolgsspur zurückkehren muss, will er Trainer des 1. FC Kaiserslautern bleiben.

Unbestritten, der 49-Jährige hat die Roten Teufel in der vergangenen Saison mit seiner emotionalen, bisweilen rauen Art aus dem Dämmerschlaf gerissen, einen Rückstand von sieben Punkten auf einen Nichtabstiegsplatz ausgemerzt und den Absturz in den Amateurfußball vermieden. Offenbar wählte er für die damalige Situation die richtige Ansprache. Ich erinnere mich, gegen Ende der vorigen Spielzeit (ebenfalls in dieser Kolumne) geschrieben zu haben, dass die Entscheider des FCK für sich nun herausfinden müssten, ob sie es Antwerpen auch zutrauen, etwas zu entwickeln, vorwärts zu bringen, die Spitze anzugreifen. Sie taten es. Und man durfte ja ruhigen Gewissens optimistisch nach vorne schauen: Jene Spieler, die man behalten konnte und wollte, spielen noch immer für den FCK, allen voran Jean Zimmer und Felix Götze, zwei Triebwerke des damaligen Umschwungs. Die Mannschaft erlebte keine radikale Zäsur wie so oft in den vergangenen Jahren. Dennoch droht das Projekt krachend zu scheitern. Somit auch Antwerpen. Und selbstredend die Mannschaft.

Eine miserable Bilanz

Sieben Spiele, fünf Punkte, vier erzielte Tore: eine miserable Bilanz. Die einzigen beiden Profis, die seit Wochen konstant Normalform anbieten, sind Schlussmann Matheo Raab und Verteidiger Boris Tomiak, einer der von Antwerpen gewünschten Neuzugänge. Warum kickt eine Truppe, die in den letzten zehn Partien der Vorsaison bewiesen hat, dass sie stressresistent ist und erfolgreich spielen kann, plötzlich wieder solch einen Stiefel zusammen? Warum nimmt sie die Erkenntnisse des vormaligen Saisonfinales nicht mit in die neue Runde und sagt sich: Hey, wenn wir das über eine längere Wegstrecke hinkriegen, könnten wir vielleicht noch viel mehr feiern als bloß den Klassenverbleib? Warum plötzlich wieder diese Verunsicherung, dieses „Lappeduddelige“, diese Abschlussschwäche, diese tumben Fehler?

Warum, auch das ist ein Running Gag seit Jahren, verlieren Spieler, die bei anderen Klubs Leistungsträger waren und geschätzt werden, in Kaiserslautern Form und Führungskraft? Während ein Marc Schnatterer beim SV Waldhof genau das tut, was man sich von ihm erhofft hatte, als Vater der Kompanie zu fungieren, das Spiel zu lenken, Tore vorzubereiten und zu schießen, ist Mike Wunderlich in Lautern derzeit nur ein Schatten seiner selbst. Warum, zum Roten Teufel, ist das so? 

An dieser Stelle finden Sie Visualisierungen von Flourish.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Das Derby kann entscheidend sein

Verliert der FCK am Samstag das Derby, werden die handelsüblichen Mechanismen vermutlich greifen. Und dann? Auf dem Betzenberg versuchten sich in den vergangenen zehn Jahren leise Trainer und laute, Trainer mit und ohne Stallgeruch, ehemalige Profis, Männer, die aus der Region kommen und selbst schon als Fans in der Westkurve standen, Männer, die anderorts erfolgreich gearbeitet haben. Sie alle kamen, um zu gehen. Liegt auf diesem Berg etwa eine Verwünschung? Es wäre ein beruhigende Ausflucht. Schließlich könnte man nichts dagegen tun und sich dem Schicksal treu ergeben.

Tausende und Abertausende Fans des FCK kennen ihre Pappenheimer inzwischen. Gut möglich, dass sie heute Laufrekorde aufstellen, jeden Grashalm einzeln begrüßen und vielleicht sogar gewinnen. Der Erzfeind wäre besiegt, der Folklore genüge getan. Und dann – ginge die Chose wieder von vorne los. Etwas anderes mag man inzwischen gar nicht mehr für möglich halten.

Marco Antwerpens Vorgänger Jeff Saibene übrigens debütierte als Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern im Spiel beim SV Wehen Wiesbaden – und beendete seine Lauterer Zeit gegen eben jenen Klub. Antwerpen startete in sein Amt mit der Partie beim SV Waldhof Mannheim ...

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Newsletter wird jeden Freitag verschickt.

Noch mehr FCK gibt es hier:

Pokalsieger, Absteiger, Wiederaufsteiger, Meister: Der 1. FC Kaiserslautern ist wie kaum ein zweiter deutscher Fußballverein in der Region verankert. Unsere Redaktion ist dicht dran am FCK und bietet exklusive Einblicke in den legendärsten Club aus der Pfalz. Alle wichtigen Infos, Hintergründe und Neuigkeiten gibts für Fans auch in unserem Newsletter und dem Podcast Lautre!

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x