Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Auch für FCK-Fans: Bundesliga-Abstiegskampf ist das neue Titelrennen

Mit zwei Toren St. Paulis Held im Kellerduell mit Heidenheim: Martijn Kaars.
Mit zwei Toren St. Paulis Held im Kellerduell mit Heidenheim: Martijn Kaars.

Weil die Meisterschaft mal wieder schon entschieden scheint: Ihre wahre Spannung bezieht die Eliteklasse aus dem Tabellenkeller.

Hätte Sie vor dem Start der Bundesligasaison geglaubt, dass das Spiel des Tages Mitte Dezember FC St. Pauli - 1. FC Heidenheim heißen könnte? Tabellensiebzehnter gegen Tabellensechzehnter. Klingt nicht wirklich nach einem Klassiker, oder? Ganz ehrlich, wir hätten auch nicht daran gedacht, haben uns aber aktuell dafür entschieden, es zur bedeutsamsten Partie des 15. Spieltages zu erklären. Trotz des beherzten Mainzer Auftritts am Sonntagabend in München. So oder so: Abstiegskampf ist das neue Titelrennen, keine überraschende Erkenntnis mehr nach Jahren der Münchner Dauerdominanz an der Spitze. Und St. Paulis 2:1-Erfolg nach zuvor zehn (!) sieglosen Spielen in Serie hatte ja auch was.

Letztlich ist’s auch nur leichte Mathematik. Vorne ist die Meisterschaft zu vergeben, es geht also um einen einzigen Platz. Den, auf dem es sich eben immer wieder – mit der Ausnahme Leverkusen 2024 – mit einem dicken Sitzpolster die Bayern bequem machen. Wer sich dahinter für welchen Europapokal qualifiziert, berührt außerhalb der entsprechenden Vereinsfanblase doch eher wenige.

Ein Platz interessiert die Pfalz besonders

Unten hingegen sind drei Positionen umkämpft, die Direktabstiegsplätze 18 und 17 sowie Relegationsrang 16.

Letzterer das ist so ein Dauergefühl in der Pfalz, könnte ja noch für den 1. FC Kaiserslautern interessant werden. Genaugenommen das Team darauf als potenzieller Gegner. Apropos: Die Zweite Liga bezieht ihre Attraktivität nicht nur aus wuchtigen Schwergewichten wie eben dem FCK oder Schalke, sondern ebenfalls aus dem Luxus, dass es hier an der Spitze auch um drei Plätze und nicht nur einen geht.

Natürlich: Mitte Dezember steigt noch niemand ab. Auch Mainz nicht, wie man sieht. Aber dieser Hauch von Existenzkampf, mitunter gar Endzeitstimmung – die Bundesliga lechzt derzeit nach jedem Spannungsfaktor.

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