Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler-Torwart Maximilian Franzreb lockt das Olympia-Abenteuer

Adler-Rückhalt: Maximilian Franzreb.
Adler-Rückhalt: Maximilian Franzreb.

Zwei Heimspiele direkt vor Augen, aber die große Herausforderung Olympia naht: Maximilian Franzreb, Torwart der Adler Mannheim, hat demnächst viel vor.

Mit 99 Gegentreffern stellen die Adler Mannheim noch immer die beste Defensive in der Deutschen Eishockey-Liga. Die jüngsten Spiele glichen zuletzt trotzdem eher Achterbahnfahrten. Das sieht auch ein Spieler so, der in der Regel fast die gesamte Eisfläche vor sich hat.

„Gerade zu Hause hatten wir zuletzt Probleme“, sagt Maximilian Franzreb im Gespräch am Rande des Mittwochstrainings. „Franjo ist der Beste“, ruft der bisher erfolgreichste Torschütze der Adler Mannheim, Matthias Plachta, im Vorbeilaufen und stellt seinem Torhüter ein unmissverständlich gutes Zeugnis aus.

Dem ist dieses Lob beinahe ein wenig peinlich, er muss dann aber doch breit grinsen, denn es zeigt den Stellenwert, den sich der 29-Jährige in seiner ersten Saison bei den Adlern erarbeitet hat.

Professioneller Tiefstapler

„Natürlich versucht man sich von Jahr zu Jahr zu steigern, und ich glaube, ich habe auch in dieser Saison wieder ein paar Dinge verbessert“, lautet seine Selbsteinschätzung. Eine professionelle Tiefstapelei. Mit seinem Gegentorschnitt von 2,191 ist Franzreb rein statistisch viertbester Torhüter in der DEL. Zufrieden ist er damit aber nicht. Das liegt zum einen an den eigenen Maßstäben („Ich bin sehr selbstkritisch“), zum anderen aber auch an den schwankenden Leistungen seiner Mannschaft.

Drei der letzten vier Heimspiele haben die Adler verloren. Der oft zitierte „Heimvorteil“ sieht sicher anders aus. „Wir haben unsere Konstanz nicht über 60 Minuten gefunden. Gerade zu Hause verkrampft man dann recht schnell, wenn man zu viel will.“ Immerhin spürte Franzreb zuletzt aber, trotz der Niederlage gegen Nürnberg, eine aufsteigende Tendenz.

Ein guter Zeitpunkt, denn am Donnerstag geht es gegen die Grizzlys Wolfsburg und am Sonntag gegen den EHC Red Bull München – zwei Heimspiele hintereinander. Zwei unterschiedliche Aufgaben: Wolfsburg agiert eher aus einer starken Defensive, während München spielfreudig und vor allem mit starken Sturmreihen nach Mannheim kommt. Für den Torhüter ändert das aber nichts an der Aufgabe: „Man bereitet sich auf so etwas nicht gesondert vor. Man schaut sich höchstens die Powerplay-Formationen der kommenden Gegner an.“ An der Aufgabe ändere es schließlich nichts, ob in einem Spiel viele oder wenig Schüsse aufs eigene Tor kommen: „Man muss möglichst viele davon stoppen und so die eigene Mannschaft möglichst lange in einer Position halten, um das Spiel zu gewinnen“, sinniert Franzreb.

Lernen vom NHL-Star

Und dann kann er auf ein großes Ziel blicken. Bald steht für den Nationaltorhüter das Turnier bei den Olympischen Spielen auf dem Programm. Er bildet das Goalie-Trio mit dem Münchner Mathias Niederberger und Philipp Grubauer vom NHL-Klub aus Seattle.

Eine große Herausforderung, aber letztlich eine ähnliche Aufgabe wie im Adler-Gespann mit Johan Mattsson. Gerade auf die Trainingseinheiten und den Vergleich mit Grubauer freut sich Franzreb besonders: „Letztlich sind wir ein Team und damit alle gemeinsam für den Teamerfolg verantwortlich.“ Das gilt für die Adler – und ab Dienstag kommender Woche in der deutschen Nationalmannschaft.

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