Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler Mannheim: Kris Bennetts Hattrick gegen die Zweifel

In Köln kaum zu bremsen: Adler-Stürmer Kris Bennett.
In Köln kaum zu bremsen: Adler-Stürmer Kris Bennett.

Ein Spiel wie der 4:3-Sieg der Adler Mannheim am Samstag in Köln schreibt viele Geschichten. Es war das Duell der beiden aktuellen Top-Teams der Deutschen Eishockey-Liga. Und was die Zuschauer zu sehen bekamen, war eines der besten DEL-Spiele der letzten Jahre.

Man könnte die Geschichte der Kölner Haie erzählen, die diesen Sommer auf dem Transfermarkt ein äußerst glückliches Händchen bewiesen haben. Zu sehen beim 1:0, als die aus drei Neuzugängen bestehende, derzeitige Topreihe der DEL ihr Können zeigte. Justin Schütz spielte die Schreibe quer zu Gregor MacLeod, der sie hinter dem Rücken perfekt in den Lauf von Alex Grenier legte, welcher zur frühen Kölner Führung vollendete.

Auch das Mannheimer Unterzahlspiel wäre einen eigenen Blick wert. Schließlich haben die Adler nicht nur 14 Minuten Unterzahl gegen die so starken Kölner ohne Gegentreffer überstanden, sondern erzielten mit vier gegen fünf Mann auf dem Eis selbst ein Tor, den 1:1-Ausgleich durch Tyler Gaudet. Schon am Mittwoch hatten die Mannheimer eine positive Unterzahlbilanz, schossen bei den Frankfurter Löwen sogar zwei Treffer mit einem Mann weniger auf dem Eis.

Man könnte auch über Felix Brückmann sprechen. Der Goalie, der diese Woche erst seinen Vertrag in Mannheim bis 2025 verlängert hatte, gab den Adlern mit seiner starken Leistung überhaupt erst die Chance, das Spiel zu gewinnen.

Der Mann des Abends

Aber natürlich ist das Spiel die Geschichte des Kris Bennett. Bennett, den die Adler vor der Saison vom HC Lugano aus der Schweiz verpflichteten, war mit seinem Hattrick der Mann des Abends in der riesigen Kölnarena. „Es fühlt sich großartig an, das war heute ein wichtiger Sieg für uns“, sagte der Kanadier, der mit seinem Doppelschlag kurz vor Spielende für die Entscheidung sorgte, natürlich überglücklich. „Durch die vielen Unterzahlsituationen war es ein merkwürdiges Spiel. Aber unser Penalty-Killing war großartig, und zudem haben wir viele Schüsse geblockt“, befand der Flügelstürmer, der zudem auch Teil des so starken Mannheimer Unterzahlspiels ist.

Bis zum Samstagabend war Bennett, der in den Vorbereitungsspielen mit seiner Schnelligkeit und seinem Torabschluss überragt hatte, den hohen Erwartungen an ihn noch nicht so wirklich gerecht geworden. Zu wenig kam bisher offensiv von ihm sowie seinen Reihenkollegen Stefan Loibl und Tom Kühnhackl. So stand für ihn in der DEL bis dato nur der Treffer ins leere Netz der Eisbären Berlin zu Buche.

Lange „unter dem Radar“

In seiner Karriere zeigte Bennett jedoch bereits mehrfach, dass er mit solchen Phasen umgehen kann. „Ich bin lange unter dem Radar geflogen“, erzählte er vor der Saison dem Fachblatt „Eishockey News“. Nach seinem Wechsel in die Schweiz musste er dort zuerst in der Zweiten Liga spielen, weil ihm, der aus der zweitklassigen nordamerikanischen ECHL kam, die Nationalliga A nicht zugetraut worden war. Erst als er dort in 18 Spielen zwölf Tore schoss, durfte er das Trikot des HC Lugano überstreifen. Glück für die Adler, die Bennett schon lange kannten, genau in dieser Phase seine Verpflichtung vorbereiteten und mit ihm jemanden bekamen, der sich selbst so sieht: „Als ehrlichen Spieler, der mit viel Hingabe auf dem Eis wirkt“.

Die Mannheimer werden hoffen, dass bei Bennett nun der Knoten geplatzt ist und es diese Saison noch viele solcher Jubelmomente wie am Samstag in Köln geben wird.

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