Eishockey
Adler Mannheim: Dank Legende Denis Reul ein denkwürdiger Abend
Zumindest der Spielrhythmus sollte den Olympiafahrern der Adler noch vom Turnier in Mailand vertraut sein. Praktisch alle zwei Tage stehen die Spieler bis zum Abschluss der DEL-Vorrunde auf dem Eis. „Das fühlt sich ein bisschen an, wie Vor-Play-offs“, erklärte Adler-Kapitän Marc Michaelis. Ein wichtiges Ziel verpassten die Mannheimer allerdings beim Neustart. Michaelis: „Wir haben in den ersten 44 Spielen phasenweise gutes Eishockey gezeigt, waren aber nicht konstant genug.“ Mit dem Wiederbeginn wollte man gerade an dieser Beständigkeit arbeiten: „Wir wollen unser bestes Niveau erreichen.“
Davon waren die Adler gegen Augsburg allerdings noch ein gutes Stück entfernt, denn eine weitere Baustelle der bisherigen Vorrunde machte den Mannheimern gegen die Panther zu schaffen. „Wir waren nicht effizient genug“, sagte Michaelis zur Chancenverwertung. Es blieb bei den Toren von Zach Solow (5.), Alex Ehl (17.) und (55.), die jeweils schnell von den Panthern beantwortet wurden.
Erinnerungen an Olympia
Dabei war in der gut gefüllten SAP-Arena alles auf einen Feiertag ausgerichtet. „Die Jungs sind hungrig zurückgekommen. Ich bin auf jeden stolz, der bei Olympia dabei war“, erklärte Trainer Dallas Eakins mit Blick auf die sechs Akteure im Kader der deutschen Mannschaft: „Das war ein bisschen, wie den eigenen Kindern zuzusehen.“ Und auch die Spieler selbst haben die Zeit in Mailand genossen, trotz des sportlichen Misserfolgs. „Es war eine tolle Erfahrung. Mein Highlight war es, die Athleten der anderen Sportarten in der Cafeteria zu treffen“, bilanzierte Lukas Kälble. Ein kleines bisschen passte sein Olympiafazit allerdings auch zum Spiel der Adler gegen Augsburg – „schön, aber“, denn: „Es war schade, dass die anderen Sportarten so weit weg waren.“ Marc Michaelis schloss sich diesem Fazit an: „In Mailand waren nur Eishockey, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf.“ Er hätte bei seinen ersten Spielen gerne auch Kontakt zu weiteren Sportlern gehabt.
Große Ehrung für Reul
Und damit zu einem Ex-Adler. Denis Reul hat sechs Weltmeisterschaften während seiner Laufbahn absolviert. In 811 DEL-Partien, davon 761 im Trikot der Adler, stand der mittlerweile 36-Jährige auf dem Eis. „Er war ein toller Kapitän und Anführer. Er blutet in unseren Farben“, schwärmte Eakins vom ehemaligen Jungadler, der in Mannheim die Meisterschaften 2015 und 2019 feierte. Für seine Vereinstreue und auch die Anführer-Qualitäten wird seine Rückennummer, die 29, von den Adlern künftig nicht mehr vergeben. In einer sehr warmen Zeremonie wurde das Banner mit seinem Namen unter das Hallendach gezogen, wo es so langsam schon ein wenig eng wird.
Neben Adler-Geschäftsführer Matthias Binder („Es gibt Spieler, die kommen und gehen und es gibt solche, die Eindruck hinterlassen“) kam mit Dennis Endras auch ein ehemaliger Teamkollege zu Wort, passenderweise als Vertreter der Panther, für die Reul zum Abschluss seiner Karriere noch zwei Spielzeiten absolvierte: „Man schaut bei Dir nicht auf eine Nummer, sondern auf Loyalität und Herz. Du bist Mannheims ewige Nummer 29.“ Dabei verzog sich sogar der ansonsten meist regungslose Gesichtsausdruck des ehemaligen Kapitäns Reul zu einem, für seine Verhältnisse, breiten Grinsen. Als Inspiration für seine Nachfolger genügte das gegen Augsburg allerdings nicht.