Eishockey
Adler erreichen das Finale – Mannheim in Partylaune
Alle standen nach dem Spiel, niemand ging nach Hause, mit der Mannschaft wurde getanzt und es gab „Oh wie ist das schön!“- und „Finale, oho!“-Gesänge zu hören.
Womit auch schon der Grund für die Partylaune der Adlerfans erklärt wäre. Schließlich steht ihr Team nach dem 4:1 gegen den EHC München zum ersten Mal seit 2019 wieder im Finale der Deutschen Eishockey Liga. Sieben lange Jahre hat es nach dem letzten Meistertitel gedauert, bis die Adler wieder um den Titel spielen, der ob ihrer finanziellen Mittel doch jedes Jahr ihr Anspruch sein muss. Der Gegner steht noch nicht fest, Die Eisbären Berlin führen mit 3:2 gegen die Kölner Haie.
Eakins lobt die Spieler
Der Mann, der das Team seit November 2024 führt, wollte hinterher nicht über seine Gefühlswelt sprechen. Dallas Eakins, Coach und Manager in einer Person, verwies bei der Frage, was ihm der Finaleinzug bedeute auf die anderen Bestandteile des Mannheimer Puzzles: „Es bedeutet mir alles für meine Spieler, die jeden Tag hierherkommen und so hart arbeiten. Das gilt auch für Daniel Hopp, der als großartiger Besitzer dieser Organisation jeden Stein umdreht und uns hier großartige Bedingungen schafft.“
Ganz anders sah die Gefühlswelt beim gebürtigen Mannheimer und Kapitän der Adler, Marc Michaelis aus: „Ich freue mich riesig. In der Vergangenheit war ich bei einigen Finals selbst vor Ort dabei. Nun kann ich endlich selbst ein Finale in Mannheim bestreiten.“
Tolle Fan-Unterstützung
Der NHL-erfahrene Nationalspieler hat in seinem zweiten Jahr bei den Adlern nochmals einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht: „Es braucht manches einfach Zeit. Ich lerne immer noch dazu, kann vieles besser analysieren. Die Erfahrung hilft einem.“ Angesprochen auf die am Freitag so laute Arena, machte er keinen Hehl daraus, wie viel ihm diese Unterstützung bedeutet: „Ich war der Erste, der nach dem Spiel auf die Fanwand zulaufen durfte. Die Reaktionen dort bedeuten mir alles. Wenn ich nur darüber spreche, bekomme ich schon Gänsehaut.“
Einer, der die Lautstärke der Arena während des Spiels ausblendet, ist Alex Ehl. „Ich bin dann immer so in meinem Tunnel, dass ich das gar nicht so mitbekomme.“ Der 26-Jährige war vor der Saison von DEL-Absteiger Düsseldorf gekommen und hatte sich seit dem ersten Tag wie selbstverständlich ins Mannheimer Gebilde eingefügt. „Ich bin unfassbar stolz, ein Teil dieser Truppe zu sein. Es macht riesigen Spaß hier zu spielen“, betonte Ehl, der ein Spielertyp ist, der nur selten im Rampenlicht steht. Ob seiner Arbeitsmoral ist er einer, wie ihn sich jeder Trainer für seine Mannschaft wünscht. Etwas, das auch Eakins herausstellt: „Wir sind verdammt glücklich, Spieler wie Alex und Tom Kühnhackl in unserem Team zu haben. Sie tun so viel von dem, was notwendig ist, um ein Spiel zu gewinnen, werden aber öffentlich oft nicht wahrgenommen. Solche Spielertypen sind schwer zu finden.“
Alex Ehl bescheiden
Alex Ehl macht in seiner zurückhaltenden Art um seine Rolle aber kein Aufheben: „Es zeichnet uns aus und zeigt, welche Qualität wir hier haben. Mit der Art wie Tom und ich spielen verdienen wir uns das Vertrauen des Trainers und der Kollegen.“ Er gab nach seinem ersten Play-off-Tor lachend aber immerhin zu: „Mein 1:0 hat mir schon gutgetan.“
Das größte Lob für die Arbeitsmoral dieses Mannheimer Teams und seines Charakters kam vom Trainer des Gegners. „Mannheim war bereit, den Preis für den Sieg zu zahlen“, brachte es der Münchner Coach Oliver David auf den Punkt.
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