Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Wieso die Rückkehr des Eulen-Trainers nach Rimpar so brisant ist

Trainer Ceven Klatt (blaues Shirt) ist mit seiner Mannschaft, den Eulen Ludwigshafen, heute der Favorit im Duell bei seinem Ex-K
Trainer Ceven Klatt (blaues Shirt) ist mit seiner Mannschaft, den Eulen Ludwigshafen, heute der Favorit im Duell bei seinem Ex-Klub Rimpar Wölfe.

Ceven Klatt ist seit Juli Trainer beim Zweitligisten Eulen Ludwigshafen. Zuvor betreute er die Rimpar Wölfe. Dorthin kehrt er nun am Samstag, 19.30 Uhr, zurück. Den Rauswurf in Rimpar hat der 38 Jahre alte Klatt verarbeitet – auch wenn er unschön ablief.

Das Schriftstück enthielt brisanten Stoff. Ceven Klatt bekam es am 21. Mai 2021 in die Hand gedrückt. Klatt hatte an diesem Abend das Heimspiel mit den Rimpar Wölfen 21:25 gegen Bietigheim in der Zweiten Handball-Bundesliga verloren. Kurz nach 22 Uhr überreichte an diesem Abend Rimpars-Geschäftsführer Roland Sauer Klatt das Papier. Darauf stand die Pressemitteilung über die vorzeitige Freistellung Klatts. Der Cheftrainer war ob der Demission genauso überrascht wie über die Art und Weise. Um 22.16 Uhr wurde die Pressemitteilung schließlich veröffentlicht. Auch die Spieler, die anschließend die Halle verließen, wirkten davon überrumpelt.

Am Samstag nun trifft der 38 Jahre alte Ceven Klatt erstmals wieder auf seinen alte Mannschaft und seinen alten Verein. Mit Sauer hat er seitdem nicht mehr gesprochen. Die „Main-Post“ in Würzburg spekulierte damals, dass das Vetrauensverhältnis zischen Sauer und Klatt gestört gewesen sei, weil Klatt um seine vorzeitige Freigabe aus seinem bis 2023 datierten Vertrag in Rimpar gebeten hatte. Klatt wollte die Chance wahrnehmen, die Eulen Ludwigshafen zu trainieren. Das Werben um Klatt aber verlief offiziell. „Wir waren in der Kommunikation ganz transparent und immer mit sechs Augen und Ohren dabei in Person von Lisa Heßler, Herrn Sauer und mir“, sagte Klatt der RHEINPFALZ.

Trainer mit einem offenen Ohr für die Spieler

Klatt hegt aber keinerlei Rachegelüste. Das liegt ihm fern. Er ist nämlich ein ausgeglichener, fürsorglicher und besonnener Familienvater. „Ich bin ein entspannter Typ“, sagt er: „Aber entspannt soll nicht heißen, dass ich nicht ehrgeizig bin.“ Der Ehrgeiz ist aber nicht extrem verbissen und geht nicht auf Kosten anderer Menschen. Klatt redet sehr viel. „Wir können immer zu ihm“, sagt Alexander Falk, Rechtsaußen der Eulen Ludwigshafen. Auch andere Spieler bestätigen dies.

Nun also die Rückkehr. „Ich freue mich auf das Spiel. Ich bin ja öfter in Würzburg, aber es ist das Handballspiel, auf das ich mich freue“, betont Klatt. Er wohnt weiter in Mainfranken, in Kitzingen, und pendelt täglich 360 Kilometer nach Ludwigshafen und zurück. Klatt hat dies bewusst so gewählt. Denn seine Frau Anja und seine Kinder Erik und Ronja wollte er nicht aus dem sozialen Umfeld zerren. Die drei Stunden, die er täglich auf der Autobahn verbringt, belasten ihn nicht. Er nutzt die Zeit, um zu telefonieren, arbeitet quasi seine To-do-Liste im Auto ab.

Schreckgespenst der Favoriten

Das bevorstehende Spiel in Rimpar hat Klatt im Detail durchgearbeitet. Er kennt die Mannschaft schließlich genau. „Rimpar ist ein ganz unangenehmer Gegner. Rimpar ist seit Jahren bekannt, gegen namentlich stärkere Gegner besonders motiviert zu sein. In diesen Partien haben die Wölfe immer Charakter gezeigt und für Überraschungen gesorgt. Vorige Saison haben wir Nettelstedt und Gummersbach geschlagen. Davor warne ich meine Mannschaft. Ich erwarte von meinen Jungs die gleiche Einstellung wie in den letzten Spielen, ich sehe eine gute Abwehr als Grundlage und möchte im Angriff mehr Qualität ausgespielt wissen. Da hatten wir in Essen und auch gegen Nordhorn-Lingen noch einige Phasen, wo es stockte. Da müssen wir zielstrebiger und effektiver agieren“, sagt Klatt.

In Rimpar wollen die Eulen nicht noch einmal stolpern. Das sind sie schon bei den Niederlagen in Aue und Dessau. Mit derzeit 5:7 Punkten ist die Mannschaft punktetechnisch nicht im Soll – sagt auch Klatt. Er verfällt deswegen aber nicht in Panik. Er ist vielmehr ein geduldiger Mensch. Klatt liebt das Angeln. Da braucht man Geduld. Angeln hat ihm sein Vater mitgegeben. Seine Passion bedeutet Abwechslung für ihn. Was Angeln und Handball gemeinsam haben? „Bei beidem braucht man eine Strategie.“ Und die hat er für das Spiel der Eulen in Rimpar gefunden. Denn Klatt will sich dort die Punkte angeln.

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