Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Souveräne Rhein-Neckar Löwen verteidigen Platz eins

Versenkt: Lukas Nilsson wirft über den TBV-Block hinweg den Ball ins Tor.
Versenkt: Lukas Nilsson wirft über den TBV-Block hinweg den Ball ins Tor.

Die Rhein-Neckar Löwen bleiben Bundesliga-Tabellenführer. Das ist beim klaren Sieg gegen den TBV Lemgo aber nicht die beste Nachricht. Beeindruckend ist die Souveränität, die ins Spiel der Badener zurückkehrt.

Der TBV Lemgo ist so etwas wie das Sinnbild der verkorksten Vorsaison der Löwen. Bei den Ostwestfalen setzte es im Herbst 2019 eine Niederlage nach einer indiskutablen Leistung und das 29:29-Remis im Februar in der SAP Arena war das letzte Spiel von Kristjan Andresson, ehe der Coach durch Martin Schwalb ersetzt wurde. Vor diesem Hintergrund hatte das 26:18 (14:9) am Samstagabend eine Aussagekraft. Die Deutlichkeit des Erfolges beeindruckte ebenso wie die Selbstverständlichkeit, mit der er herausgearbeitet und -gespielt wurde.

Körpersprache stimmt

Eben diese Ausstrahlung war den Löwen in der vergangenen Saison verloren gegangen, als sie oft den Eindruck vermittelten, selbst an der eigenen Siegfähigkeit zu zweifeln. Das hat sich in den vergangenen Wochen geändert, denn auch in der fehlerhaften Anfangsphase, als den Badenern im Angriff einige Fehler unterliefen, vermittelten sie durch ihre Körpersprache, dass dies nichts daran ändern könne, den Platz als Gewinner zu verlassen.

Bis zum 4:4 blieb es zumindest im Ergebnis spannend, ehe die Löwen mit fünf Treffern hintereinander und einer daraus resultierenden 9:4-Führung für allgemeine Klarheit sorgten. Die Basis für das neue Selbstbewusstsein der Schützlinge von Schwalb ist die Deckung, in deren Innenblock sich Mait Patrail und Ymir Gislason immer deutlicher zu einer perfekten Symbiose zusammenfinden. Das Wissen um die Stärke am eigenen Wurfkreis sorgt für Gelassenheit. Gegen Lemgo war eine verdiente 14:9-Führung nach 30 Minuten für Schwalb der Grund dafür, nach der Pause zu rotieren.

Katsigiannis ganz stark

„Es war wichtig, die Hausaufgaben zu machen, und das haben wir heute getan“, sagte Nikola Katsigiannis. Der Torhüter zeigte seine beste Leistung im Löwen-Trikot. In der zweiten Halbzeit blieben Uwe Gensheimer, Albin Lagergren und Lukas Nilsson auf der Bank – und die „zweite Reihe“ erledigte ihren Job ebenso souverän wie die Stammformation.

Kurzfristig war die Partie von der ARD live übertragen worden, und vor dieser großen TV-Kulisse machten die Löwen deutlich, dass sie die Tabellenführung verdient haben und sie nicht zwingend in naher Zukunft wieder hergeben müssen.

SO SPIELTEN SIE

Rhein-Neckar Löwen: Katsigiannis, Späth (ab 53.) - Lagergren (4), Schmid (4), Nilsson (3) - Groetzki (2), Gensheimer (5/3) - Kohlbacher (3) - Kirkelökke (2), Lagarde, Patrail (1), Tollbring (1), Ahouansou (1), Abutovic, Baena, Gislason

TBV Lemgo: Johannesson, van der Beucken - Isaias Guardiola (1), Kogut, Suton - Schagen (1), Elisson (4/1) - Timm (2) - Hangstein (1), Zerbe, Gedeon Guardiola (1), Cederholm (6), Reimann, Baijens (1)

Spielfilm: 4:4 (11.), 9:4 (17.), 11:9 (26.), 14:9 (Halbzeit), 17:11 (37.), 21:13 (44.), 22:15 (48.), 26:18 (Ende) - Zeitstrafen: 2:4 - Siebenmeter: 3/3 - 2/1 - Beste Spieler: Katsigiannis, Gislason, Lagergren - Cederholm, Gedeon Guardiola - Schiedsrichter: Köppl/Regner (Düsseldorf/Nieder-Olm).

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