Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel 36 Tage, elf Partien: Waldhof fühlt sich wie in der Lotterie

In der Vorbereitung auf den Re-Start: Bernhard Trares.
In der Vorbereitung auf den Re-Start: Bernhard Trares.

Der SV Waldhof Mannheim bereitet sich auf den geplanten Neustart in der Dritten Liga vor. Am kommenden Samstag, 14 Uhr, starten die Waldhöfer mit einem Heimspiel gegen den KFC Uerdingen in den Saisonendspurt mit elf Partien in 36 Tagen.

Am gestrigen Sonntag bezogen Spieler, Trainer und Funktionsteam des SVW ein Quarantäne-Trainingslager. In einem Hotel in Mannheim steht dem Tabellenzweiten eine komplette Etage zur Verfügung, mit einem Bus wird das Team zu den Übungseinheiten auf das eigene Trainingsgelände geshuttlet. Für die 35 Einzelzimmer, die bis zum Match gegen den KFC am kommenden Samstag bezogen werden, die Verpflegung und mehr fallen mehr als 50.000 Euro Kosten an.

„Niemand weiß, wie wir stehen“

Mit den finanziellen Belastungen beschäftigt sich Bernhard Trares aber nicht, für den Coach der Waldhöfer steht die sportliche Vorbereitung im Fokus. Und aus ihr ergeben sich Fragen. „Niemand weiß, wie wir stehen. Niemand weiß, wie der Fitnesszustand wirklich ist, weil wir nicht einmal ein Testspiel absolvieren können“: Laut Trares starten die Mannheimer ins Ungewisse, wenn der Spielbetrieb nach mehr als zehn Wochen Pause aufgenommen wird. Immerhin können die Blau-Schwarzen inzwischen ein Mannschaftstraining ohne Einschränkungen absolvieren. Mit dem körperlichen Zustand seiner Spieler ist der 54-Jährige mehrheitlich zufrieden, aber der Fußballlehrer wagt es nicht abzuschätzen, wie sich die hohe Belastung mit geplanten elf Partien in 36 Tagen auswirkt: „Das ist ein Stück weit Lotterie.“

Marcel Seegert ist angeschlagen

Unabhängig von den Unwägbarkeiten der geplanten Fortsetzung der Saison will Trares sein Team bestmöglich auf den 30. Mai und die Wochen danach einstellen. „Wir wollen unseren Platz verteidigen“, kündigt der Coach an. Weil sich die Waldhöfer in den zurückliegenden Wochen wegen ihrer Haltung pro eines Saisonabbruchs bei der Liga-Konkurrenz nicht nur Freunde gemacht haben, könnte ihnen auf dem Feld ein rauer Wind entgegenschlagen. Für Trares ist das kein Problem: „Wir wollen weiterhin erfolgreich sein, das ist unser Antrieb.“

Neben Dorian Diring (Knorpelschaden) und Raffael Korte (Knieprobleme), die beide in den nächsten sechs Wochen nicht spielen können, ist aktuell Marcel Seegert angeschlagen. Der Verteidiger plagt sich mit Leistenproblemen herum. „Wir hoffen, dass er uns in zwei Wochen wieder zur Verfügung steht“, sagt Trares. Für das erste Spiel am 30. Mai gegen Uerdingen wäre Seegert aber ohnehin keine Option, er ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Eine positive Nachricht ist laut Trares, dass Defensivmann Jan Just nach langer Leidenszeit ins Teamtraining eingestiegen ist.

x