FCK
Rote Teufel gegen SV Meppen nur phasenweise auf der Höhe
Marco Antwerpen ist für Überraschungen gut: Dass Marius Kleinsorge gegen seinen Ex-Verein in die Startelf zurückkehrte, ist sicher weniger eine solche – dass der mit acht Toren bislang beste Torschütze, Marvin Pourié, erst gar nicht im Kader war, dagegen sehr wohl. Laut Antwerpen hatte dies sportliche Gründe. Im Angriff durfte Daniel Hanslik ran.
Frühe Ballgewinne, eine gute Passqualität, Tore erzielen: Das war die Vorgabe des Trainers in diesem wichtigen Spiel im Drittliga-Abstiegskampf. Seine Mannschaft setzte das in der ersten Halbzeit zunächst nur in der Anfangsphase um. Da schoss Marlon Ritter, vom Ex-Meppener Marius Kleinsorge gut bedient, über das Gehäuse (2.). Gästetorwart Eric Domaschke konnte nach einem schwachen Rückpass seines Teamkollegen Janik Jesgarzewski gerade noch so vor Kleinsorge klären (5.), schließlich übersah Anas Ouahim den mitgelaufenen Jean Zimmer, schoss stattdessen selbst und vorbei (6.).
Ein herrlicher Treffer zum Ausgleich
Meppen kam aber immer besser in die Partie, der FCK war fortan zu fehlerhaft im Aufbauspiel. Bezeichnend die Gästeführung: Schlampiger Pass von Ritter, Jesgarzewski bediente René Guder, dessen Flanke köpfte der ehemalige Lauterer Christoph Hemlein an die Unterkante der Latte, von wo aus das Leder hinter die Linie sprang (28.). FCK-Schlussmann Avdo Spahic sah hier auch nicht gut aus.
Hassan Amin hätte beinahe das 2:0 für die Emsländer nachgelegt (30.). Doch die Roten Teufel berappelten sich und kamen mit einem herrlichen Treffer zum Ausgleich: Hendrick Zuck auf Ritter, Marlon Ritter auf Daniel Hanslik, der lässt wieder auf Ritter prallen, Ritter auf Zimmer – zu guter Letzt bedient Zimmer wieder Marlon Ritter, 1:1 (38.). Schnell, direkt, erfolgreich. Klasse auch, wie sich Ouahim kurz vor dem Pausenpfiff durchsetzte, Ritter bediente, dessen Schuss vorbeiging (45.+1).
Die Gier der letzten Wochen fehlte
Kaum war die Begegnung nach der Pause von Neuem angepfiffen, lagen die Gastgeber auch wieder zurück. Fehler Alexander Winkler, Luka Tankulic bedient Tom Boere, der wird von Tim Rieder gehalten – Elfmeter. Angreifer Boere lässt sich das Geschenk nicht nehmen – 1:2 (47.).
Antwerpen reagierte, wechselte innerhalb von zwei Minuten fünfmal. „Wir lagen hinten, mussten was tun“, meinte der Trainer. Direkt danach fiel der Ausgleich. Domaschke konnte einen Schuss von Philipp Hercher noch parieren, doch Elias Huth war zur Stelle, köpfte ein (59.). Beide waren gerade erst ins Spiel gekommen. Beinahe hätte Meppen wieder gekontert, nach Hemlein-Ecke schoss der agile Mike Steven Bähre drüber (61.). Später parierte Spahic gut gegen Dejan Bozic (81.), war nach einem Bähre-Freistoß aber erneut unsicher, direkt im Anschluss dann aber gegen Bozic zur Stelle (84.). Der FCK versuchte es, Jesgarzewski blockte einen Ritter-Versuch (73.), Huths Kopfball stellte Domaschke vor keine Probleme (88.).
Wirklich gefährlich wurden die Roten Teufel nicht mehr – zwei Punkte zu wenig im Abstiegskampf. „Wir haben uns mehr vorgenommen, waren besonders mit unserer Körpersprache in der ersten Hälfte nicht zufrieden“, sagte Huth. Tim Rieder meinte: „Diese Gier der letzten Wochen hat gefehlt. Eine gerechte Punkteteilung.“
Für Aufsehen sorgte ein Hemlein-Interview bei „Magenta Sport“. Er wünsche seinem ehemaligen Verein alles Gute, das Wichtigste sei, dass der „FCK den Harry Potter losgeworden ist, der an der Seitenlinie stand“. Ein Seitenhieb an Ex-Trainer Boris Schommers, der ihn aussortiert hatte.
So spielten sie
1. FC Kaiserslautern: Spahic - Zimmer (55. Hercher), Rieder, Winkler (55. Senger), Zuck - Ciftci - Redondo (55. Gözütok), Ouahim (57. Bakhat), Ritter, Kleinsorge - Hanslik (57. Huth)
SV Meppen: Domaschke - Jesgarzewski, Al-Hazaimeh, Bünning, Amin - Guder, Bähre (89. Osee), Egerer, Hemlein (70. Krüger) - Tankulic (70. Evseev), Boere (74. Bozic)
Tore: 0:1 Hemlein (29.), 1:1 Ritter (38.), 1:2 Boere (47., Foulelfmeter), 2:2 Huth (59.) - Gelbe Karten: Rieder (7), Ciftci (8) - Bähre (3), Bünning (9), Osee (5) - Beste Spieler: Huth, Senger, Hercher - Bähre, Bünning, Egerer - Schiedsrichter: Müller (Bremen).
