Fußball
Wie sich die Fans von Arminia Bielefeld und dem VfB Stuttgart auf das Pokalfinale einstimmen
„Uiii, hier ist ja alles blau“, sagt eine junge Dame, klar erkennbar ein Fan von Arminia Bielefeld, als sie aus dem Zug kommt und sich auf den Weg zum Alexanderplatz macht.
In den Stunden vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin, in den Stunden vor dem Spiel zwischen dem VfB Stutgart und Arminia Bielefeld, machen die Anhänger beider Klubs die Stadt unsicher. Der Alexanderplatz wurde den Fans der Arminia zugeteilt, der Breitscheidplatz mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche unweit des sehr berühmten Kudammes „gehörte“ den Fans des VfB Stuttgart.
Der Traum des Weltmeister-Trainers
Im Laufe des Vormittags füllt sich der Platz immer mehr, die Polizei sperrt die Budapester-Straße ab, auch da stimmen sich die Schwaben mittlerweile auf das Endspiel ein. Um die Mittagszeit staunen die VfB’ler nicht schlecht, denn kein Geringerer als der Bundestrainer a. D., Joachim Löw, taucht auf der Bühne auf. Wenn es einer weiß, wie man den DFB-Pokal gewinnt, dann Löw. 1997 holte er mit dem VfB den Pokalsieg. „Heute haben wir die Chance, Träume wahr werden zu lassen. Für den Verein, für die Stadt“, sagt er. Der eine oder andere trägt noch ein Trikot, auf dem der Name von Giovane Elber steht. Elber, Krassimir Balakov, Frank Verlaat, die Helden von damals sind im Stadion dabei.
Der Drittliga-Meister gefällt sich in der Außenseiterrolle, und die Arminia gefällt mit geistreichen und witzigen Plakaten. „Ostwestfalen: Zum Lachen in den Keller, zum Feiern nach Berlin“, ist da zu lesen. Oder: „Unterschätzt uns ruhig. Haben die Römer auch getan.“ Dies erinnert an die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 nach Christus, als die Römer eine vernichtende Niederlage erlitten.
Springen und singen in der Bahn
100.000 Bielefelder haben sich dem Vernehmen nach auf den Weg in die Hauptstadt gemacht, Arminia-Trainer Mitch Kniat sagte am Freitag, seit Tagen werde in der Stadt nicht mehr gearbeitet und alle fiebern nur noch dem DFB-Pokalfinale entgegen.
Auf dem Breitscheidplatz steigt das Pokalfieber. Jetzt wird es richtig laut. „Lampen an“ von Frenzy tönt aus den Boxen. Das unvermeidliche „Freed from desire“ von Gala. Relativ früh machen sich die Stuttgarter auf den Weg ins Olympiastadion. Den Boden der Linie 12 nutzen sie als Trampolin und sie singen „Wir holen den Pokal“. An der Station Theodor-Heuss-Platz steigen alle aus, dort versammeln sie sich für den Fanmarsch zum Stadion.
Kurz vor 17 Uhr proben die Organisatoren die Nationalhymne. Zwei Fans von Armina singen sie draußen mit. Bielefeld im DFB-Pokalfinale, einfach der Wahnsinn.