Fußball
Waldhof Mannheim schafft Klassenverbleib in Liga Drei: Mit einer Gala zur Rettung
Die Steine, die den Spielern und Verantwortlichen beim SV Waldhof Mannheim am Samstag vom Herzen gefallen sind, dürften immens gewesen sein. Das 4:2 (4:0) vor mehr als 18.000 Zuschauern im Carl-Benz-Stadion gegen den SV Sandhausen bedeutete, dass die Mannheimer auch in der kommenden Saison in der Dritten Liga spielen werden. Der Waldhof ist vor dem Abstieg gerettet, weil der Hallesche FC bei Arminia Bielefeld nur zu einem Unentschieden kam.
„Das war die schwerste Saison meiner Karriere – mit Abstand. In dieser Saison haben wir mehr erlebt als in fünf Jahren. Die zwei frühen Tore haben uns heute perfekt in die Karten gespielt. Zum Glück haben wir hinten raus nicht noch das 3:4 kassiert“, sagte ein ausgepumpter, aber erleichterter Kapitän Marcel Seegert. Martin Kobylanski kam mit nacktem Oberkörper und einem großen Lautsprecher, aus dem laute Musik dröhnte, aus der Kabine zurück, um zur Party zu bitten.
Idealer Start ins Spiel
Die große Feier hatte schon vor der pickepacke vollen Otto-Siffling-Tribüne begonnen. „Nie mehr vierte Liga“, sangen die Fans glückselig – und damit war das vorzeitige Ende einer in weiten Teilen verkorksten Saison eingeläutet, in der sich auch die Anhänger mitunter von der Mannschaft ob der zwischenzeitlich schwachen Leistungen abgewandt hatten. „Wir sind ins Spiel gegangen und wollten in der ersten Hälfte schon einiges vorlegen. Das hat gut geklappt“, sagte Lukas Klünter.
Das Spiel begann ideal für Mannheim: Nach sieben Minuten traf Kennedy Okpala zur Führung. Terrence Boyd erhöhte zwei Minuten später – und damit begann eine Galavorstellung des Waldhofs. Seegert schoss in der 27. Minute aus 16 Metern den Ball zum 3:0 ins Tor – die Direktabnahme gehörte zum Kaliber Traumtor. Nach starker Vorarbeit von Okpala musste Boyd nur noch den Körper hinhalten, um kurz vor der Pause auf 4:0 zu stellen (44.). „Da haben wir gut nachgeholfen“, sagte Sandhausens Trainer Jens Keller angesichts von drei Treffern nach zweiten Bällen. Für seine Mannschaft sei es „unheimlich schwer“ gewesen, nach dem 0:4 wieder ins Spiel zu kommen.
Waldhofs Trainer Marco Antwerpen ließ sich etwas in seine Gefühle an der Seitenlinie blicken: „Ein 2:0 ist immer so ein Ergebnis. Bekommst Du das 1:2, ist der Gegner wieder voll in der Partie. Mit dem 3:0 bist Du schon etwas entspannter. Das 4:0 war schon richtig gut.“ Die beiden Gegentore im zweiten Durchgang durch Felix Göttlicher (52.) und David Otto (90.) ärgerten Antwerpen aber doch etwas: „Als Trainer willst Du immer zu Null spielen“, sagte er.
Trainer: „Fühle mich wohl“
Wegen der Sperren von Malte Karbstein und Laurent Jans hatte Antwerpen die Abwehr umbauen müssen. Die Dreierkette mit Klünter, Seegert und Tim Sechelmann funktionierte vor allem im ersten Durchgang wie eine gut geölte Maschine. Mit zunehmendem Druck von Sandhausen bekam sie jedoch zunehmend Löcher. Der gute Torhüter Omer Hanin war aber auf dem Posten. Vor dem 2:4 unterlief ihm allerdings ein folgenschwerer Abspielfehler.
„Wir sind überglücklich, die Saison so nach Hause geholt und heute den Deckel draufgemacht zu haben“, sagte Anthony Loviso, Technischer Leiter Sport beim Waldhof. Mit dem Klassenerhalt hat er nun Planungssicherheit. „Heute genießen wir erstmal den Tag und ab morgen, übermorgen beginnen wir dann mit der Personalplanung.“ Antwerpen wollte sich dabei noch nicht in die Karten blicken lassen, ob er weiterhin den Waldhof trainieren wird – er sagte nur: „Wir haben positive Gespräche geführt und sind am Ende angekommen. Ich fühle mich hier sehr wohl.“