Grüner Bereich RHEINPFALZ Plus Artikel Nachhaltigkeitskolumne: Ein Lob der Bahn

Astrid Jung lebt in Neustadt. Sie gehörte zu den ersten Nachhaltigkeitsmanagern bei der BASF und gestaltet ihr Leben möglichst k
Astrid Jung lebt in Neustadt. Sie gehörte zu den ersten Nachhaltigkeitsmanagern bei der BASF und gestaltet ihr Leben möglichst klimaneutral.

Jeder meckert über die Deutsche Bahn. Unsere Kolumnistin hingegen ist voll des Lobes.

Im November war ich auf einer Tagung in Berlin. Ich bin von Neustadt aus mit dem Zug dorthin gefahren. Am Vorabend der Veranstaltung habe ich weitere Teilnehmer getroffen, die meisten waren ebenfalls mit der Bahn angereist. Innerlich hatte ich mich schon auf das übliche gemeinschaftliche Lamentieren eingestellt: Der Zug ist ausgefallen, der Ersatzzug kam in umgekehrter Wagenreihung, ich habe meinen Sitzplatz nicht gefunden, mein Sitznachbar hat Stinkekäse gegessen und sich die Nägel geschnitten, im Bordrestaurant war das Bier aus ... Aber es kam anders. Ein Mann hatte sich aus der Deckung gewagt und erzählt, dass er als Vertriebsmitarbeiter viele Jahre im Auto und Flugzeug verbracht habe und das Bahnfahren richtig genieße, auch wenn nicht immer alles perfekt laufe. Nach und nach stimmten die restlichen Anwesenden in den Lobgesang mit ein. Ich selbst bin seit der 5. Klasse überzeugte Bus- und Bahnfahrerin. Mal davon abgesehen, dass der Zug im Vergleich zum Auto und zum Flugzeug die klimafreundlichere Empfehlung ist, mag ich am Bahnfahren besonders die Begegnungen mit anderen Menschen, die Zufallsgespräche. Auf der Fahrt von der Tagung zurück nach Mannheim war eine Journalistin in meinem Zugabteil, die ich aus dem ARD-Presseclub kenne. Einfach unbezahlbar.

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