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Graf Ernst von Mansfeld (1580-1626), Kupferstich eines unbekannten Meisters.
Graf Ernst von Mansfeld (1580-1626), Kupferstich eines unbekannten Meisters.

Ernst von Mansfeld plündert 1621/22 die Region aus.

Wenn die Datierung des Briefes stimmt, dann wetzt man das Tranchiermesser, bevor man den Braten auf dem Tisch hat. „Tout l’Evesché de Spire est à nous!“, das ganze Bistum Speyer also gehört uns, soll ein Offizier aus dem Heer Ernst von Mansfelds bereits Ende 1621 geschrieben haben – und da hat man das Hochstift noch gar nicht vollständig besetzt. Geplündert wird trotzdem schon. Was damit zu tun hat, dass Krieg viel Geld kostet – und die, die ihn führen, meistens keins haben.

Mansfeld, der in der frühen Phase des Dreißigjährigen Krieges für den exilierten Kurfürsten in der Pfalz operiert, ist privater Kriegsunternehmer. Der Typus taucht schon im 16. Jahrhundert auf, weil die europäischen Staaten und Territorien oft Kriege führen, die sie kaum bezahlen können – und das finanzielle Risiko an Privatunternehmer weitergeben.

Elend in einer neuen Dimension

Was schon im 16. Jahrhundert oft schiefgeht, weil Zahlungen durch die Auftraggeber ausbleiben – und die Soldaten, die sich von ihrem Sold selbst versorgen müssen, ersatzweise das Land ausplündern. Der Dreißigjährige Krieg freilich hebt das Elend auf eine neue Dimension.

Um 20.000 Mann hat Mansfeld unter den Fahnen, und das Geld, das Pfalzgraf Friedrich V. schickt, reicht hinten und vorne nicht. Zieht man also „Kontributionen“ von den Städten im Kriegsgebiet ein, im Prinzip Schutzgeld – und lebt ansonsten aus dem Land, bevorzugt aus dem des katholischen Gegners wie das Hochstift Speyer. Wählerisch ist man allerdings nicht: Die Reichsstadt Landau beispielsweise zahlt 10.000 Gulden, damit Mansfeld sie in Ruhe lässt.

Was das alles für die Zivilbevölkerung heißt, das weiß Mansfeld selbst – jedenfalls lässt er 1622 eine „Apologie“ seines Tuns verfassen, um seine Auftraggeber vor den Folgen des Geldmangels zu warnen. „Sie (die Soldaten) nemmen alles, sie zwingen alles, schlagen und erschlagen was ihnen widerstand thun will.“

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