Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel DTM-Finale auf dem Hockenheimreing: Aus neun Titelkandidaten werden acht

Der legendäre Hockenheimring wird beim DTM-Finale lebendig – wenn am Samstag auch mit Dauerregen. Thomas Preining siegt im erste
Der legendäre Hockenheimring wird beim DTM-Finale lebendig – wenn am Samstag auch mit Dauerregen. Thomas Preining siegt im ersten Rennen.

Die Titelentscheidung in der DTM fällt im letzten Rennen der Saison. Lucas Auer bleibt unerwartet vorne, ein früherer Seriensieger hofft auf ein versöhnliches Finale.

Rund zwei Minuten vor dem Ende des Qualifyings am Samstagmorgen vergräbt Lucas Auer seinen Mercedes und die Hoffnungen auf den vorzeitigen DTM-Titelgewinn im Reifenstapel des Hockenheimrings. Der 31-jährige Österreicher war der einzige der neun Titelkandidaten, der den Sack hätte bereits zumachen können. Das erste Rennen des Wochenendes gewinnt Thomas Preining im Porsche vor Riccardo Feller im Audi und Morris Schuring (Porsche).

Am Sonntag (13.30 Uhr, ProSieben) ist Auer noch immer im Kampf um die DTM-Krone. Am Samstagmorgen ist er Tabellenführer, startet nach seinem Patzer, verursacht durch einen Reifendefekt, von Platz 17 ins Rennen, die Tabellenführung scheint Makulatur zu sein. Doch nach dem Rennen, das er als Zwölfter beendet, liegt er immer noch vorn – mit drei Pünktchen.

Rechnerei an der Tabellenspitze

Nur einer der ursprünglich Neun fällt raus: Jules Gounon muss nach einem verpatzten Boxenstopp ausscheiden. Damit sind vor dem Sonntag, an dem 28 Zähler vergeben werden, immer noch acht Piloten im Lostopf: Auer (175 Punkte), Preining (172), René Rast (BMW/169), Maro Engel (Mercedes/168), Ayhancan Güven (Porsche/165), Jordan Pepper (Lamborghini/164), Jack Aitken (Ferrari/162) und Marco Wittmann (150).

Lucas Auer ist Tabellenführer.
Lucas Auer ist Tabellenführer.

Während an der Tabellenspitze die Rechnerei weitergeht und die endgültige Entscheidung im 18. und letzten Rennen der Saison fallen wird, findet sich das Team Abt Sportsline in einer ungewohnten Situation wieder. Die erfolgsverwöhnte Truppe aus Kempten hatte schon vor Hockenheim mit der Titelvergabe nichts mehr zu tun. Und das, obwohl die Äbte mit dem (noch) amtierenden Champion Mirko Bortolotti aus Italien und dem Dänen Nicki Thiim über zwei ausgewiesene Könner verfügen.

Nachdem die Stammmarke Audi zugunsten des künftigen Einstiegs in die Formel 1 den Kundensport-Support für die DTM einstellt, wechseln die Kemptener für 2025 auf Lamborghini. Nun ist der Huracan als italienischer Ableger des Audi R8 ein „Schwesterauto“, beide Boliden verfügen über den gleichen V10-Motor und die gleiche Plattform, doch geht der Umstieg nicht reibungslos.

„Etwas anderes gewünscht“

Es folgt nach „einem schwierigen Start beim Auftakt eine „schwierige Saison“, in der „die Ergebnisse nicht immer den Erwartungen entsprechen konnten“, wie es die offizielle Teammitteilung vielsagend umschreibt. Irgendwas ist immer. Vor Hockenheim ist ein sechster Platz Bortolottis bestes Saisonresultat, Thiim schafft im niederländischen Zandvoort als Zweiter einmal ein Podium.

Abt-Motorsportdirektor Martin Tomczyk schildert die aktuelle Situation als „ungewohntes Gefühl“. Immerhin ist es das erste Mal seit der Umstellung der DTM auf das GT3-Reglement, dass Abt nicht um den Titel mitfährt. Die letzte sieglose Saison, war 2018. Und wer in der DTM-Historie fünf Fahrertitel, fünf Teamtitel und 78 Siege eingefahren hat, der kaut in einer Saison wie heuer sehr hartes Brot. „Unsere erste DTM-Saison mit Lamborghini hätten wir uns natürlich etwas anders gewünscht“, räumt Tomczyk ein, blickt aber unverdrossen nach vorn. „Wir haben sehr viel gelernt und es gab zuletzt einen klaren Aufwärtstrend.“

Im Samstagsrennen stehen nach den erneut ernüchternden Qualifying-Platzierungen 14 (Bortolotti) und 23 (Thiim) im Rennen die Ränge acht für Thiim und elf für Bortolotti in den Büchern. Am Sonntag gibt es noch eine letzte Chance auf ein versöhnliches Finale.

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