Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Das Apfeljahr 2025: „Die Nachfrage ist absolut stabil“

Erstmals seit 2022 erwarten die deutschen Obstbaubetriebe für dieses Jahr wieder eine Apfelernte von rund einer Million Tonnen.
Erstmals seit 2022 erwarten die deutschen Obstbaubetriebe für dieses Jahr wieder eine Apfelernte von rund einer Million Tonnen.

Die Apfelernte hat begonnen und die Prognosen fallen bundesweit gut aus. Was sagt der Wein und Apfelbauer Peter Zimmermann aus Gönnheim zum Erntestart?

Herr Zimmermann, alle sprechen gerade über die Krise des Weinbaus – doch wie war Ihr Apfeljahr?
Unser Obstjahr war generell sehr gut, super sogar beim Steinobst. Es gab keinen Hagel, einen nur schwachen Frost und einen schönen Blütenansatz. Auch bei den Äpfeln können wir nicht klagen.

Hat Ihre Lese bereits begonnen?
Momentan sind wir noch im ersten Drittel der Lese, die Sommeräpfel sind durch.

Von welchen Sorten sprechen wir hier?
Das wären etwa Zari oder Sunrise. Die haben eine vergleichsweise dünne Schale und damit weniger Lagerkonsistenz, weshalb wir sie vorrangig zur Produktion von Apfelsaft verwenden. Jetzt kommen dann Herbstäpfel wie Galas, Rubens, Wellant, Elstar oder Rubinette dran, bevor es in einigen Wochen an die Winteräpfel Boskop, Braeburn oder Pinova geht. Die haben eine festere, dickere Schale und schmecken nach einigen Wochen Lagerzeit sogar noch besser als frisch gepflückt.

Wie sieht es im Moment mit der Nachfrage aus?
Die ist im privaten Bereich absolut stabil, sogar leicht zunehmend. Immer mehr Verbraucher fragen sich offensichtlich, warum sie Äpfel oder Birnen aus Argentinien kaufen sollen. Für mich als Selbstvermarkter ist das natürlich positiv.

Welche Möglichkeiten habe ich eigentlich als Verbraucher, Obst wie Äpfel zu Hause nachreifen zu lassen?
Wenn sie länger reifen sollen, ist ein kühler, eher feuchter Ort ideal, damit verlangsamt man die Reifung und beugt Fäulnis vor. Für schnellere Reifung nutzt man das Pflanzengas Ethylen, welches die Äpfel von sich aus produzieren. Bei wärmeren Temperaturen oder auch in einer Papiertüte funktioniert das ganz gut.

Zahlen und Fakten

Die Apfel-Prognose: Erstmals seit 2022 erwarten die deutschen Obstbaubetriebe für dieses Jahr wieder eine Apfelernte von rund einer Million Tonnen. Das wäre eine Erntemenge, die um knapp vier Prozent höher liegt als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre und sogar um knapp 16 Prozent höher als 2024 (872.000 Tonnen). Grund für die positiven Ernteerwartungen sind die milden Witterungsbedingungen zur Blütezeit sowie in den meisten Anbauregionen ausgebliebene Frost- und Hagelereignisse. All diese Zahlen hat das Statistische Bundesamt über seine Obstbauerhebung ermittelt. Äpfel werden 2025 bundesweit auf rund 32.700 Hektar erzeugt und bleiben das mit Abstand am meisten geerntete Baumobst im Land. Die bedeutendsten Anbauregionen liegen in Baden-Württemberg (Bodenseeregion) und Niedersachsen (Altes Land).

Pflaumen und Zwetschgen

Die Pflaumen- und Zwetschgenernte soll laut der Erhebung mit 44.500 Tonnen um 700 Tonnen höher ausfallen als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Hier liegen die größten Anbauflächen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz.

Info

Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.

Der Gönnheimer Peter Zimmermann bearbeitet neun Hektar Weinberge und vier Hektar mit Obst.
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