Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Bei deutlicher Niederlage zeigen die Adler Mannheim zumindest am Ende Charakter

Was in den ersten 20 Minuten des ersten Spiels in der Finalserie passiert ist, können die Adler Mannheim nicht so ganz begreifen
Was in den ersten 20 Minuten des ersten Spiels in der Finalserie passiert ist, können die Adler Mannheim nicht so ganz begreifen. Sie spielen gut und haben viele Chancen. Dennoch führen die Eisbären Berlin nach dem ersten Drittel 3:0. Hier trifft Les Lester Lancaster.

Das erste Finale geht mit 7:3 an die Eisbären Berlin. Die Adler Mannheim müssen nicht nur die Niederlage verkraften. Doch der Blick ins Geschichtsbuch macht Hoffnung.

Es waren noch etwa 50 Sekunden im ersten Drittel des ersten Spiels in der DEL-Finalserie zwischen den Adler Mannheim und den Eisbären Berlin zu spielen, da zeigte die Schussstatistik der bisherigen knapp 19 Minuten ein klares Bild. Demnach hatten die Adler 17 Schüsse aufs gegnerische Tor gebracht, während es bei den Berlinern nur fünf waren. Der Spielstand sprach allerdings eine ganz andere Sprache. Denn mit 3:0 führten die Eisbären bereits zu diesem Zeitpunkt. Am Ende verlor Mannheim 3:7.

Auch Adler-Coach Dallas Eakins verstand nicht so recht, was in diesen ersten 20 Minuten geschehen war. „Um ehrlich zu sein, ich fand wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt. Und trotzdem lagen wir mit 0:3 hinten“, sagte der Trainer. Die Eisbären nutzen jeden Fehler der Hausherren eiskalt aus und zeigten, warum sie vier der letzten fünf Meistertitel in die Hauptstadt holten. Beispielhaft für den Qualitätsunterschied an diesem ersten von maximal sieben Finalabenden waren die ersten beiden Treffer.

Während das Mannheimer Überzahlspiel die vollen 60 Minuten kaum Wirkung entfaltete, traf Berlin direkt im ersten Powerplay. Ein Abpraller wurde schnell weitergeleitet und von Liam Kirk zum 1:0 verwertet.

Scheibenglück bei den Eisbären

Das 2:0 resultierte ebenfalls aus der Handlungsschnelligkeit der Eisbären. Adler-Torwart Maximilian Franzreb konnte einen Schuss mit seinem Schoner nur nach vorne abwehren und wieder landete die Scheibe auf einem Berliner Schläger. Etwas, das auch Stürmer Kris Bennett ansprach: „In den ersten beiden Play-off-Runden hatten wir häufig das Scheibenglück auf unserer Seite und bekamen die Abpraller. Das war heute nicht der Fall.“

Wichtig für die Adler, dass sie nach einem verheerenden Mitteldrittel im Schlussabschnitt zumindest Charakter zeigten und wieder zurückkamen. Matthias Plachta reagierte auch deutlich auf die Frage, wie man sich nach einem 0:5 noch motiviere: „Das ist das DEL-Finale. Es ist so schwer hierher zu kommen, da muss man niemanden motivieren. Egal ob es 0:5 oder 0:15 steht.“ Eakins lobte hinterher die Moral und den Charakter des Teams: „Ich bin extrem stolz darauf, wie wir das letzte Drittel bestritten haben, wie wir dort aufgetreten sind.“

Zwei Spieler müssen verletzt vom Eis

Auch Bennett machte klar, dass in der Kabine niemand den Kopf hängen ließ: „Wir haben gesagt, dass wir dieses Drittel jetzt gewinnen wollen, wir werden jeden Check zu Ende fahren und das Spiel auf keinen Fall abschenken.“ Nach zwei schnellen Toren hatte er selbst bei 2:5 und noch über elf Minuten auf der Uhr in Mannheimer Unterzahl die große Chance, das Team auf zwei Tore heranzuführen. Er legte die Scheibe jedoch am Tor vorbei. „Ja, diese Möglichkeit hätte ich gerne zurück“, gab er unumwunden zu.

Schwerer als die Niederlage, schließlich ist es nur ein Spiel in einer langen Serie, könnte für die Adler der Verlust von Top-Stürmer Justin Schütz und Verteidiger Leon Gawanke wiegen. Schütz hatte sich Ende des zweiten Drittels das Knie verdreht und kam im Schlussabschnitt nicht mehr zurück. Gawanke musste nach einem heftigen Bandencheck in die Kabine gebracht werden. Auch für ihn war das Spiel vorzeitig beendet. Da in den Play-offs keine Verletzungen kommuniziert werden, bleibt abzuwarten, ob einer von ihnen am Sonntag (16.30 Uhr) zu Spiel zwei wieder zur Verfügung steht.

Hoffnung nach dieser klaren Niederlage macht den Adlern indes nicht nur die Leistung der letzten 20 Minuten, sondern auch ein Blick ins Geschichtsbuch. Vor zwei Jahren gewannen die Adler das erste Viertelfinalspiel auswärts mit 7:1 in Berlin, nur um dann die kommenden vier Spiele zu verlieren und auszuscheiden. Warum sollte es dieses Mal nicht den umgekehrten Weg nehmen?

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