Ratgeber RHEINPFALZ Plus Artikel Ägypten führt Smartphone-Registrierung für Touristen ein – das sind die Folgen

Bei Reisen außerhalb der Europäischen Union können hohe Roaminggebühren anfallen.
Bei Reisen außerhalb der Europäischen Union können hohe Roaminggebühren anfallen.

Durch die neu eingeführte Handy-Registrierungspflicht in Ägypten und der Türkei drohen Urlaubern hohe Kosten. Wie sich das verhindern lässt. Von Harald Czycholl

Wer in Ägypten mit dem eigenen Smartphone ins Netz will, muss sich auf zusätzliche Hürden einstellen: Laut der ägyptischen Telekom-Regulierungsbehörde NTRA gilt seit dem 24. September eine verpflichtende Registrierung aller ausländischen Mobilgeräte. Ohne Anmeldung verlieren Handys den Netzzugang.

Damit zieht Ägypten eine Grenze, die Reisende schon aus der Türkei kennen: Dort können Touristen bereits seit Mitte Juli ihre Geräte nur noch mit erheblichem bürokratischem Aufwand oder nach Zahlung von Gebühren nutzen. Da Ägypten und die Türkei nicht unter die EU-Roaming-Verordnung fallen, kommen auf Urlauber, die dort ihren normalen Handytarif aus Deutschland zum Surfen oder Telefonieren nutzen, im Zweifel hohe Kosten zu.

Auf lokale SIM-Karten verzichten

„Viele Urlauber wissen gar nicht, dass ihr Smartphone nach kurzer Zeit gesperrt werden kann. Wer erst im Land davon erfährt, hat kaum Handlungsspielraum“, sagt Rafael Gomez, Geschäftsführer von BuddySIM. Die ägyptische Regelung betrifft laut Elite Red Sea Travel auch eSIMs und Geräte, die über ein erstes Mobiltelefon hinaus mitgeführt werden. In diesen Fällen drohen zusätzliche Zollabgaben. Der bislang kostenlose Registrierungsprozess für Touristen entfällt.

„In der Türkei hat man gesehen, wie kompliziert das in der Praxis ist“, so Gomez weiter. „Viele Touristen mussten ihr Handy registrieren lassen, warteten auf Freischaltung oder sollten plötzlich lokale SIM-Karten kaufen, die dann trotzdem gesperrt wurden.“ Auch das Mobilfunkportal Teltarif.de rät von im Urlaubsland gekauften physischen SIM-Karten ab. Denn diese lokalen SIMs würden nach kurzer Zeit nicht mehr funktionieren, wenn man vorab nicht auch noch die IMEI-Nummer des mitgebrachten Geräts bei der zuständigen Behörde registriere – und dieser bürokratische Aufwand sei zu hoch. Der Rat der Mobilfunkexperten an Reisende: Sich vorab informieren – und Alternativen prüfen. Mit einer bereits vor Abreise aktivierten eSIM können Reisende ohne lokale Registrierung weltweit auf das Mobilfunknetz zugreifen. Das Aktivieren eines eSIM-Tarifs funktioniert ganz einfach in der App des jeweiligen Anbieters oder durch das Scannen eines QR-Codes, den man erhält, nachdem man den Tarif bezahlt hat. So bleibt der Kontakt nach Hause bestehen, auch wenn Regierungen neue Hürden und Kostenfallen schaffen.

Vorsicht beim WLAN – eSIM als gute Lösung

Eine kostenneutrale Alternative sind zudem WLAN-Netze, etwa im Hotel. Denn darüber ist wie bei mobilen Daten per eSIM natürlich nicht nur das Surfen möglich. Auch Messenger-Apps wie WhatsApp lassen sich nutzen, deren Funktionen klassische Telefonate und SMS ersetzen können. Aber auch hier droht – je nach Tarif – eine Kostenfalle: Ist die Funktion WLAN-Anrufe aktiviert, können durch Anrufe möglicherweise zusätzliche Kosten entstehen.

Zudem birgt die Nutzung öffentlicher WLAN-Netzwerke Sicherheitsrisiken. Denn meist sind die Netze unverschlüsselt – auch wenn dafür Benutzername und Passwort notwendig sind. Und das birgt Gefahren, warnt Friedrich Wimmer, Leiter IT-Forensik & Cyber Security Research bei der Corporate Trust Business Risk & Crisis Management GmbH. „Man muss sich immer bewusst sein, dass man zumeist nicht genau weiß, mit wem man sich verbindet. Schließlich kann auch ein Cyberkrimineller einen WLAN-Hotspot einrichten.“ Von einem sogenannten „bösen Zwilling“ sprechen IT-Experten in diesem Zusammenhang.

Bei diesem Hackertrick wird in der Nachbarschaft ein WLAN-Netz mit täuschend ähnlichem Namen geschaltet. Verbinden sich ahnungslose Nutzer versehentlich mit diesem Netz, können ihre persönlichen Daten entwendet und für Identitätsdiebstahl oder andere Betrügereien genutzt werden. Zur Sicherheit sollte man daher die Verbindung mit dem Netzwerk immer trennen, wenn man das WLAN gerade nicht aktiv nutzt. Außerdem sollte man sich unbedingt aus Konten wie dem Facebook- oder Amazon-Account und erst recht dem Online-Banking wieder ausloggen, nachdem man die jeweiligen Aktivitäten beendet hat.

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Dieser Artikel stammt aus der RHEINPFALZ am SONNTAG, der Wochenzeitung der RHEINPFALZ. Digital lesen Sie die vollständige Ausgabe bereits samstags im E-Paper in der RHEINPFALZ-App (Android, iOS). Sonntags ab 5 Uhr erhalten Sie dort eine aktualisierte Version mit den Nachrichten vom Samstag aus der Pfalz, Deutschland und der Welt sowie besonders ausführlich vom Sport.

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