Rheinland-Pfalz Zur Sache II: Die Hochstraße Süd (B 37)

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Noch stärker befahren als die Hochstraße Nord ist ihre Südschwester, die beide Rheinseiten über die Konrad-Adenauer-Brücke verbindet. Auch sie ist in Trägerschaft der Stadt. Täglich passieren sie im Schnitt 59.000 Kraftfahrzeuge. Die 1959 als schalenartig-filigrane Konstruktion fertiggestellte Hochstraße Süd sollte während der Sanierung der Nordtrasse die zentrale Ausweichstrecke sein. Doch auch die Südtrasse ist ein Sanierungsfall, weil sie „statisch unterdimensioniert“ ist für das heutige Verkehrsaufkommen. Deshalb sollte sie zunächst im Vorfeld der Nordsanierung stabilisiert werden. Im April 2018 verkündete die Stadtspitze, dass die Schäden auf einem 500-Meter-Teilstück („Pilzhochstraße“) weitaus umfangreicher sind als angenommen und deren Beseitigung viel kostspieliger ist als die ursprünglich kalkulierten 25 Millionen Euro. Die große Koalition sprach sich für ein stützendes und angeblich alternativloses Galeriebauwerk aus – eine neue Brücke unter der alten, die für die 30 Jahre halten sollte. Mitte 2020 sollten die Arbeiten beginnen. Doch nun kommt wohl doch alles anders. Mitte Januar scherte die CDU aus, rückte von dem Vorhaben ab und vollzog eine Rolle rückwärts. Das „Monstrum“ Galeriebauwerk würde die Südliche Innenstadt und das Zentrum trennen, argumentierte die Union. Auch die Stadtspitze, die ihre Position erst im Bauausschuss präsentieren wollte, wich von den Ursprungsplänen ab und plädierte auf Nachfrage aus ähnlichen Gründen für einen Abriss und Neubau oder eine ebenerdige Ersatzstraße. Zudem soll die Sanierung der seit Herbst 2017 für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrten Südtrasse nun erst nach dem Nordprojekt stattfinden. Dass die CDU ohne Absprache mit der SPD in die Öffentlichkeit ging, sorgte für Zündstoff in der Koalition. Und die Opposition fühlte sich in ihrer massiven Kritik bestätigt.

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