Rheinland-Pfalz Zur Sache: Die Lage in der Pfalz

Parallel zum rheinland-pfälzischen Innenministerium informierten gestern die Polizeipräsidien in Kaiserslautern und Ludwigshafen über die Kriminalitätsentwicklung in ihren Zuständigkeitsbereichen. Danach wurden 2014 in der Westpfalz (ohne die Osthälfte des Donnersbergkreises, für die das Mainzer Präsidium zuständig ist) gegen den Landestrend 1,5 Prozent mehr Straftaten registriert als 2013: Insgesamt wurden in der Region zwischen Zweibrücken und Alsenz 32.346 Taten aktenkundig. Die Ermittler konnten 62,8 Prozent (2013: 61,4 Prozent) der ihnen bekanntgewordenen Fälle aufklären. Dagegen verzeichnete die Polizei in der Vorder- und Südpfalz im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent auf 62.631 Straftaten. Damit ist in dieser Region bei den Fallzahlen ein Tiefststand der vergangenen sieben Jahren erreicht. Allerdings sank auch die Aufklärungsquote von 60,4 auf 60,2 Prozent. Die deutlich höhere Anzahl an Straftaten in Vorder- und Südpfalz ist nur zum Teil durch die höhere Bevölkerungsdichte zu erklären. Dies macht die Gegenüberstellung der folgenden beiden Daten deutlich: Während in der Westpfalz 6711 (2013: 6577) Straftaten pro 100.000 Einwohner aktenkundig wurden, waren es in Vorder- und Südpfalz 7204 (2013: 7185) Delikte pro 100.000 Einwohner. Dies bedeutet: Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Vorder- und Südpfalz im Durchschnitt etwas größer als in der Westpfalz. In der Westpfalz wurden im vergangenen Jahr 16 (2013: 12) „Straftaten gegen das Leben“ registriert. Unter dieser Rubrik fassen die Ermittler Mord (drei Fälle in 2014), Totschlag (neun Fälle, davon blieb es in fünf Fällen beim Versuch) und fahrlässige Tötung (vier Fälle) zusammen. Im gleichen Zeitraum konnten 15 Fälle aus dieser Kategorie aufgeklärt werden. In Vorder- und Südpfalz wurden 21 „Straftaten gegen das Leben“ (2013: 13 Fälle) neu aktenkundig. Demgegenüber konnten mit 22 sogar mehr Fälle aufgeklärt werden, als in diesem Jahr registriert wurden. In der Westpfalz wurden im vergangenen Jahr 765 (2013: 686) Wohnungseinbrüche angezeigt. Davon konnte jeder fünfte aufgeklärt werden. Bei jedem zweiten Einbruch blieb es beim Versuch, beispielsweise weil der Täter gestört wurde oder weil Fenster beziehungsweise Türen zu schwer zu „knacken“ waren. In der Vorder- und Südpfalz kam es zu 1367 (2013: 1335) Wohnungseinbrüchen. Davon wurden nur 11,2 Prozent (2013: 12,7 Prozent) aufgeklärt. (jüm)