Wetter
Zum Wochenende deutet sich die erste Hitzewelle des Jahres an
Höchsttemperaturen zwischen 29 und örtlich 32 Grad werden für das Wochenende nach Fronleichnam entlang des Rheins erwartet. Ab der Wochenmitte rechnet Wetterexperte Christian Müller mit einem Sonnen-Wolken-Mix. Am Mittwoch und am Feiertag könne es bei 25 bis 27 Grad vorübergehend zunehmend schwül-warm, örtlich sogar gewittrig werden. Am Wochenende klettere das Thermometer dann auf 29 Grad in der Westpfalz sowie auf 30 bis 32 Grad in Vorder- und Südpfalz. Insbesondere Mitte nächster Woche muss laut Müller pfalzweit mit teils unwetterartigen Gewittern mit Platzregen gerechnet werden. Ende Juni werde es dann wieder sehr warm bis heiß.
Nach einem flächendeckend trockenen Mai spürten die Landwirte nun zunehmend die Auswirkungen: Insbesondere in der Südwestpfalz mit nur 17 Litern (Pirmasens) und in der Südpfalz (Kandel) mit 21 Litern fiel zu wenig Regen. Felder müssten bereits jetzt intensiver beregnet werden als sonst üblich zu dieser Jahreszeit, berichtet Müller. Der starke Nordost-Wind trockne die Böden weiter aus. Durch die anhaltende Trockenheit habe sich zudem die Waldbrandgefahr in der Pfalz binnen weniger Tage deutlich erhöht.
Unterschiedliche Prognosen
Wie der Sommer 2023 aussehen wird, ist die Frage, die den Meteorologen derzeit am häufigsten gestellt wird, sagt Müller. Der US-Wetterdienst „Noaa“ prognostiziere für Mitteleuropa in den Sommermonaten Juni bis August ein großes Niederschlagsdefizit. Dafür solle es aber keine Hitze-Rekorde wie etwa 2015, 2019 oder 2022 geben.
Das Zentrum für europäische Mittelfrist-Wettervorhersagen in England erwarte in Mitteleuropa hingegen einen leicht wechselhaften Witterungsverlauf. Von Hochdruckeinfluss geprägte Abschnitte wechselten sich mit Tiefdruckstörungen ab. Letztere würden dann schwül-warme Luft mit Schauern und Gewittern bringen. Trocken- oder gar Dürreperioden seien dann eher unwahrscheinlich, erklärt Müller.
Auf heiß folgt oft durchwachsen
Dabei handele es sich aber nur um Prognosen. Der Leiter der Wetterstation Kalmit und Chef von „Klima-Palatina“ betont: „Bereits nach spätestens zehn bis 14 Tagen wird es nahezu unmöglich, seriös den genauen Witterungsverlauf für eine bestimmte Region einigermaßen treffsicher vorherzusagen.“ Die langjährige Klimastatistik zeige jedoch, dass ein deutlich zu trockener Juni für die Folgemonate Juli und August meist einen eher durchwachsenen und unbeständigen Sommerverlauf zur Folge habe.
Müller erklärt, dass die Witterung rund um den Siebenschläfertag (27. Juni) von großer Bedeutung ist. Statistik-Auswertungen vergangener Jahrzehnte hätten gezeigt, dass die Großwetterlage zwischen Ende Juni und 10. Juli den weiteren Witterungsverlauf, unter Umständen bis Mitte August, über Mitteleuropa maßgebend beeinflusst.
Selbst für den Computer unmöglich
Ob der Pfälzer Sommer eher trocken-heißer wird, wie etwa 2003, 2015, 2018 und zuletzt 2022, oder eher feucht und wechselhaft, wie 1978, 1987 oder 1995, hänge maßgeblich auch an der „Zugbahn“ der Tiefdruckgebiete. Bewegen sich diese weiter im Norden, etwa über Island oder dem nördlichen Skandinavien, stellt sich laut Müller häufig stabiles und sonniges Hochdruckwetter ein. Tummeln sich die Tiefs weiter im Süden, über der Mittelmeerregion, verlaufe der Sommer wechselhafter und durchwachsen, mit schwül-warmer Gewitterluft. Selbst modernste Computer-Wettermodelle könnten das im Detail vorher nicht prognostizieren.
Gewiss ist hingegen der meteorologische Sommeranfang, der war am 1. Juni. Der kalendarische oder astronomische Sommeranfang ist am Mittwoch, 21. Juni, exakt um 16.57 Uhr, wie Müller berichtet. „Erst dann steht die Sonne an ihrem nördlichsten Punkt im Zenit.“ Danach wandere die Sonne langsam wieder Richtung zum Äquator zurück, den sie dann drei Monate später, zum kalendarischen Herbstanfang erreicht.