Rheinland-Pfalz
Westpfalz: Frau erkennt gesuchten Sexualstraftäter
Mehr als die Hälfte seines Lebens hat der weiter flüchtige Sexualstraftäter Michael K. offenbar weggesperrt in der Psychiatrie verbracht. Kurz nach seiner Flucht aus einer Münchner Klinik Mitte Juli lernte der 56-Jährige eine Frau im Kreis Südwestpfalz kennen. Die hat ihn jetzt als den Gesuchten erkannt und der Polizei gemeldet. Er ist weiter auf der Flucht – mit ihrem Auto und womöglich in der Westpfalz.
Der öffentliche Fahndungsaufruf zu K. auf der Facebook-Seite der Polizei am Donnerstag sowie in den Medien zeigte schon kurze Zeit später einen ersten Erfolg: Eine Frau aus der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben (Kreis Südwestpfalz) hat den 56-Jährigen über die Sozialen Medien am Donnerstagabend erkannt. Sie musste es wissen – sie hatte den Gesuchten im Internet kennengelernt. Der Mann, der wegen mehrerer Vergewaltigungen – im Sommer 1999 in Kaiserslautern sowie etliche Jahre davor an möglichen anderen Tatorten – verurteilt ist, hatte seit vergangenem Samstag bei ihr gewohnt.
Wie das Polizeipräsidium Westpfalz am Freitag mitteilte, habe der aus dem Münchner Isar-Amper-Klinikum Geflüchtete die 59-Jährige noch am Donnerstagmorgen zu ihrer Arbeit gefahren und sich dann mit ihrem Wagen abgesetzt. Die Polizei Kaiserslautern sucht jetzt mit Hochdruck nach einem schwarzen Mitsubishi Outlander.
War die neue Internetbekannte in Gefahr?
Für die Frau in der südwestpfälzischen Gemeinde habe keine Gefahr bestanden, sagte Polizeipressesprecher Michael Hummel am Freitag auf Anfrage. Trotzdem rät er zur Vorsicht. Wer K. erkenne, solle sich ihm möglichst nicht nähern.
Der Gesuchte ist, wie bereits berichtet, vor sechs Wochen aus der Forensischen Psychiatrie in München-Haar getürmt. Nach Angaben der zuständigen Sprecherin des Bezirks Oberbayern, Constanze Mauermayer, ist er dort seit Januar 2018 gerichtlich untergebracht mit dem Ziel, Vollzugslockerungen zu testen. Er hatte auf diesem Ziel demnach schon die zweite von fünf Stufen erreicht: Seit April dieses Jahres habe er sich zwei Stunden pro Tag allein auf dem nicht umzäunten Teil des Klinikums und in dem Park aufhalten dürfen.
Die Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt
Am 13. Juli kam er von einem solchen Freigang nicht mehr zurück. Der Mann ist laut Polizei wegen sexueller Nötigung und etlicher Vergewaltigungen verurteilt. Statt ins Gefängnis kam er offensichtlich schon vor mehr als 30 Jahren in die geschlossene Psychiatrie. Laut der Sprecherin aus München war er mit kurzen Unterbrechungen seit 1988 in verschiedenen Kliniken untergebracht. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, die die öffentliche Fahndung mit Foto und Namensnennung des Straftäters veranlasst hat, schweigt bislang zu Details des Falls. Der Münchner Merkur berichtete, dass die Polizei in der bayerischen Landeshauptstadt zunächst nichts von der öffentlichen Fahndung wusste. Hinweise zu dem Mann nimmt die Polizei Kaiserslautern entgegen: 0631/ 369-2620.
[Aktualisiert 25.8.2019] Der Mann wurde in Norddeutschland gefasst.