Rheinland-Pfalz
Was sich hinter dem Tor der Südpfalz-Kaserne in Germersheim sonst abspielt
Die 1965 bezogene Südpfalz-Kaserne in Germersheim beherbergt das Luftwaffenausbildungsbataillon. Seit Jahren werden Gebäude modernisiert oder abgerissen und neu errichtet. In eines der modernen Gebäude sollen am Samstag die wegen des in China grassierenden Coronavirus’ nach Deutschland zurückgebrachten Deutschen für mindestens zwei Wochen einziehen. Wegen der möglichen Ansteckungsgefahr werden sie unter Quarantäne gestellt.
Diese Gebäude sind nach Bundeswehrangaben auf dem modernsten Stand. Die Appartements für ein, zwei Personen verfügen über Internetanschluss und eine Nasszelle. Modernisiert wird zum einen, weil die Kaserne in die Jahre gekommen ist. Andererseits sind die Anforderungen der Soldaten gestiegen und die Bundeswehr steht seit dem Aussetzen der Wehrpflicht in puncto Nachwuchsgewinnung im Wettbewerb mit der Wirtschaft und anderen Verwaltungen.
6500 Soldaten werden pro Jahr ausgebildet
Die mehreren Hundert Stammsoldaten der Einheit, die auch Standorte im bayerischen Roth, in Darmstadt und Frankfurt hat, bilden pro Jahr um die 6500 Soldaten aus. Das sind neben 1500 Rekruten alle Soldaten der Luftwaffe, die auf ihren Auslandseinsatz vorbereitet werden; hinzu kommen Soldaten anderer Teilstreitkräfte der Bundeswehr sowie Kameraden von NATO-Streitkräften, Armeniern zum Beispiel. Darüber hinaus werden Jahr für Jahr über 100 Soldaten auf die Rückkehr in zivile Leben vorbereitet, indem sie bei Partnerbetrieben in der Region, etwa den Pfalzflugzeugwerken in Speyer, eine Berufsausbildung absolvieren. Im Angebot sind Flugzeuggerätemechaniker, medizinisch-technische Assistenten (Radiologie) und Kaufleute für Büromanagement.
125 Millionen Euro werden investiert
Neben den Unterkunftsgebäuden in der Südpfalz-Kaserne soll auch das Sanitätszentrum auf den aktuellen Stand gebracht werden; der Neubau soll im Laufe dieses Jahres fertig werden. Ein neues Wirtschaftsgebäude und andere Vorhaben warten noch auf ihre Umsetzung. Am Ende sollen es 125 Millionen Euro sein, die in die militärische Liegenschaft investiert wurden.
2015 ist Kaserne umbenannt worden
Die Südpfalz-Kaserne trägt erst seit 2015 diesen Namen. Zuvor hieß sie Sponeck-Kaserne. Ein Gedenkstein erinnert an den einstigen Wehrmachtsgeneral Hans Graf von Sponeck. Er hatte im Zweiten Weltkrieg unter Missachtung eines Führerbefehls vielen seiner Kameraden auf dem Russlandfeldzug das Leben gerettet, als er ihnen in aussichtsloser Lage den Rückzug befahl. Wegen dieser Befehlsverweigerung wurde Graf Sponeck später in Germersheim hingerichtet. Zur Namensänderung kam es, nachdem 2013 öffentlich bekannt wurde, dass der Offizier an Kriegsverbrechen an der Ostfront beteiligt gewesen sein soll.
Letzte Bundeswehr-Einrichtung in der Stadt
Die Südpfalz-Kaserne ist, wenn man das US-Depot außen vor lässt, die letzte von einst sieben militärischen Einrichtungen der Bundeswehr in der einstigen Festungsstadt Germersheim.