Rheinland-Pfalz Viel Arbeit für Polizei und Feuerwehr

«MAINZ/MANNHEIM.»Schlägereien, auf Menschen abgeschossene Feuerwerkskörper und Brände: Der Jahreswechsel hat im Südwesten Polizei und Feuerwehr in Atem gehalten. Vor allem habe „verstärkter Alkoholkonsum für eine Vielzahl von Polizeieinsätzen“ gesorgt, so das rheinland-pfälzische Innenministerium gestern.
In Freinsheim (Kreis Bad Dürkheim) wurde ein Mann schwer verletzt, nachdem er versucht hatte, einen handgreiflichen Streit unter jungen Leuten zu schlichten. Der Anwohner beobachtete gestern am frühen Morgen von seinem Balkon aus die Auseinandersetzung und lief nach Polizeiangaben zusammen mit seiner Frau auf die Straße. Dort wurde er von drei oder vier Männern erst verbal angegangen und dann mit einem Baseball-Schläger attackiert. Selbst als das Opfer schon am Boden lag, hätten die Männer weiter auf ihn eingeschlagen. Auch seine Frau sei verletzt worden, als sie sich schützend auf ihn legen wollte. Als ein Nachbar zu Hilfe kam, wurde auch der verletzt, bevor sich die Angreifer aus dem Staub machten. In der Südpfalz kam es in der Silvesternacht zu etlichen Bränden und Sachbeschädigungen durch Feuerwerk. Meist wurden brennende Mülltonnen oder Kartons gemeldet, auch beschädigte Briefkästen. In Ludwigshafen verzeichnete die Feuerwehr in der Silvesternacht 15 Einsätze. In Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis) warfen Jugendliche einen Knallkörper durch ein gekipptes Küchenfenster. In Frankenthal wurde die Polizei kurz nach dem Jahreswechsel wegen eines Trios alarmiert, das mit Waffen Feuerwerk auf Menschen schieße. Eine Streife stellte vor Ort zwei Schreckschusswaffen sicher. Kurz nach Mitternacht feuerte laut Polizei ein 18-Jähriger vor dem Wasserturm in Mannheim Feuerwerkskörper in eine Menschenmenge ab. Als der junge Mann einen Streifenwagen sah, habe er auch mehrere Ladungen „Römisches Licht“ auf ihn geschossen. In der Mannheimer Neckarstadt kam es in der Silvesternacht zu einer Massenschlägerei: Zuerst hatte laut Polizei eine Personengruppe einen Autofahrer auf der Straße nicht passieren lassen. Daraufhin habe der eine Schreckschusswaffe gezückt. Ein 30-jähriger habe dem Fahrer die Waffe entrissen und mehrfach auf das Auto gefeuert. Als Polizeistreifen eintrafen, hätten sich 50 bis 60 Personen solidarisiert und die Beamten attackiert. Mit dem Einsatz von Pfefferspray hätten die Schläger schließlich festgenommen werden können. In der Saarbrücker Innenstadt hat in der Silvesternacht eine Feuerwerksrakete eine Wohnung in Brand gesetzt. Dabei erlitten mehrere Menschen laut Polizei eine leichte Rauchvergiftung.