Rheinland-Pfalz Stuhl vor die Tür gesetzt

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Winden/Waldfischbach-Burg- alben (ow/tnc/höj). Für mehrere Kommunalpolitiker war der Ausgang der Wahl am Sonntag besonders hart: Sie wurden aus dem Amt gewählt. Das gilt für den Verbandsbürgermeister von Waldfischbach-Burgalben ebenso wie für den Ortschef von Winden. Was waren die Gründe für diese Abfuhren?

Sensation in Winden (Kreis Germersheim): Nach 20 Jahren im Amt wurde am Sonntagabend Ortsbürgermeister Roland Laubach abgewählt – obwohl er keinen Gegenkandidaten hatte. 216 Bürger (41,9 Prozent) hatten sich für Laubach entschieden. Doch eine klare Mehrheit von 299 Bürgern (58 Prozent) hatten bei der Wahl „Nein“ angekreuzt. Laubach zog die Konsequenzen und legte zum 1. Juni sein Amt nieder. Nun werden Wahlvorschläge gesammelt, in etwa drei Monaten wird eine neue Bürgermeisterwahl angesetzt. Die sachliche Bilanz bietet kaum Hinweise auf das dramatische Ergebnis: Die Gemeinde ist schuldenfrei, der Ort wurde in den vergangenen Jahren unter der Ägide seines Bürgermeisters aufpoliert. Das jüngste Projekt, die Sanierung des Bürgerhofs, gedieh noch rechtzeitig zur Wahl soweit, dass das Gebäude als Wahllokal dienen konnte. Allerdings mehrten sich bei Einwohnerversammlungen und Fragestunden die kritischen Stimmen aus der Bevölkerung. Bei der Mehrheitswahl konnten die Bürger wieder auf einem leeren Zettel ihre Wunschkandidaten für den Gemeinderat auflisten. Auch hier wurde Laubach abgestraft: Fand er sich 2009 noch auf dem zweiten Platz, so hat er es diesmal mit Platz 16 gerade noch in den Gemeinderat geschafft. Auf Platz Eins kam mit 315 Stimmen Peter Beutel. Der SPD-Mann war 2009 als Gegenkandidat angetreten, damals wurde Laubach jedoch mit über 70 Prozent im Amt bestätigt. Dramatik in Waldfischbach-Burgalben (Kreis Südwestpfalz): Es hatte sich in den vergangenen Monaten verdichtet, dass es für den seit acht Jahren amtierenden CDU-Verbandsbürgermeister Winfried Krämer eng werden würde. Von einem Amtsbonus konnte nach den Fehlern, die er gemacht hat, schließlich nicht mehr die Rede sein. Er hatte mit der zum Schluss bröckelnden CDU/SPD-Mehrheit im Verbandsgemeinderat Energieprojekte auf den Weg gebracht, die sich als Millionengrab herausstellten. Für die Defizite des Strohheizkraftwerks Hermersberg, der Biogasanlage Höheinöd und des Hackschnitzelkraftwerks in Steinalben müssen nun auch jene Gemeinden aufkommen, deren Einwohner gar nicht von der Nahwärme profitieren. Um rund zehn Prozentpunkte muss die Verbandsgemeindeumlage voraussichtlich erhöht werden, was den ohnehin finanzschwachen Gemeinden die letzte Luft nehmen wird. Zudem werden Krämer falsche Entscheidungen im Zusammenhang mit Gebührenabrechnungen angekreidet, die zu weiteren vermeidbaren finanziellen Belastungen führen. Keinen Rückenwind gab es auch für Edwin Jacobs (Liste „Bürger für Wilgartswiesen“), langjähriger Ortsvorsteher von Hofstätten. Mit 61,67 Prozent Neinstimmen wurde er nicht wiedergewählt. 20 Jahre stand er auf der Kommandobrücke der 110-Einwohner-Annexe von Wilgartswiesen mitten im Pfälzerwald, wollte nun in eine fünfte Amtszeit starten. Doch der Wählerwille wollte es anders. Mit 37 zu 23 Stimmen wurde der 79-Jährige, den die Themen Windkraft, Kommunalreform und Tourismus umtreiben, abgewählt.

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