Rheinland-Pfalz Speicherkarte mit Kinderpornos in Westpfälzer Kita entdeckt

SD-Speicherkarten werden unter anderem für Digitalkameras, MP3-Player oder Mobiltelefone verwendet.
SD-Speicherkarten werden unter anderem für Digitalkameras, MP3-Player oder Mobiltelefone verwendet.

«Bruchmühlbach-Miesau.»In einer kommunalen Kindertagesstätte (Kita) in Bruchmühlbach-Miesau (Kreis Kaiserslautern) haben am Montag Erzieher eine SD-Speicherkarte mit kinderpornografischem Inhalt gefunden und der Polizei übergeben. Eine in der Kita beschäftigte Person stehe im Verdacht, dass ihr der Datenträger gehört, teilten Staatsanwaltschaft, Polizeipräsidium und Gemeinde gestern in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Gegen die beschuldigte Person wird wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material ermittelt. Nach Angaben von Ortsbürgermeister Klaus Neumann soll sie in der Kita die Speicherkarte verloren haben. Die Erziehungskraft wurde vom Dienst freigestellt. Sie sei in den vergangenen Jahren „in keinster Weise“ auffällig geworden, betonte der Ortsbürgermeister, dessen Gemeinde Träger der Einrichtung ist. „Es gab keinen Anlass, absolut nichts, was in diese Richtung wies“, sagte Neumann. Auch der Kollegenkreis sei „sehr betroffen“ von dem Vorfall. Erziehungskräfte hatten die Karte in der Kita wohl zufällig gefunden. Sie hätten sich den Inhalt dann angeschaut, um so eventuell einen Besitzer feststellen zu können, sagte ein Polizeisprecher. Dabei hätten sie den pornografischen Inhalt entdeckt und daraufhin die Polizei verständigt. Die Person, der die Speicherkarte mutmaßlich gehört, habe dann schnell ermittelt werden können. Die Polizei hat die Fotos und Videos auf dem Speichermedium inzwischen gesichtet. Kinder der Kita oder die Einrichtung sollen nach Angaben der Ermittlungsbehörden darauf nicht zu sehen gewesen sein. Das Material sei vermutlich aus dem Internet heruntergeladen worden. Zur Menge der auf der SD-Karte gefundenen Fotos und Videos machte die Polizei keine Angaben. In der Wohnung der beschuldigten Person stellten die Ermittler weitere Speichermedien wie Computer oder USB-Sticks sicher, die noch ausgewertet werden müssen. „Ob darauf weiteres pornografisches Material gefunden wird, müssen wir abwarten“, so Bernhard Christian Erfort, Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz. Die Ermittlungen liefen „auf Hochtouren“. Allerdings hänge es vom Datenvolumen ab, wann die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlicht werden könnten. Nach Angaben der Polizei hat die beschuldigte Person zu den Vorwürfen inzwischen Einlassungen gemacht, die jetzt geprüft würden. Ortsbürgermeister Neumann hatte seit dem frühen Mittwochmorgen gemeinsam mit der Polizei in der Kita die Eltern informiert und für Fragen zur Verfügung gestanden. „Die Eltern sind natürlich sehr schockiert, reagieren aber besonnen“, berichtet er. „Kein Kind wurde heute Morgen deshalb nicht in die Kita gebracht oder von seinen Eltern wieder mit nach Hause genommen“, sagte Neumann. Der Betrieb der Kita laufe „normal“ weiter. Es gebe keine Gründe, die Kita zu schließen. Da laut Polizei keine Fluchtgefahr vorliegt, bleibt die beschuldigte Erziehungskraft der Kita zunächst auf freiem Fuß.

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