Rheinland-Pfalz Riskantes Spiel mit dem Feuer

Die Baustelle in Berg.
Die Baustelle in Berg.

Das hätte gehörig ins Auge gehen können: Zwei Jugendliche, so der jetzige Ermittlungsstand der Polizei, hatten in der Nacht zum Samstag in Berg (Kreis Germersheim) gegen 2.30 Uhr auf einer Baustelle einen Bagger gekapert. Wie sie den Motor überhaupt starten konnten und ob sie vielleicht sogar einen Zweitschlüssel hatten, ist bisher unklar. Die beiden begannen, ein Loch zu baggern. Was hätte passieren können, wenn nicht ein in der Nachtruhe gestörter Anwohner die Polizei gerufen hätte, stellte sich erst jetzt heraus. Gespräche mit dem Vorarbeiter auf der Baustelle ergaben, dass die nächtlichen Baggerarbeiten ein schlimmes Ende hätten haben können. Denn an der Stelle, an der die beiden Jugendlichen gebaggert haben, befindet sich eine Gasleitung. „Die liegt 80 Zentimeter tief. Zehn Zentimeter Asphalt sind weg, 20 Zentimeter Schotter fehlen auch schon“, beschreibt Bergs Beigeordneter Gerhard Fried die Situation auf der Baustelle. Von der Erde hätten die Jugendlichen schon zwei, drei Baggerschaufeln weg gebaggert. „Noch zwei Mal mehr, und sie wären auf die Gasleitung gestoßen“, so Fried. Wenn dann ein Loch gerissen wird, fehlt nur noch ein Funke. Und der ist schnell entzündet, wenn eine Baggerschaufel durchs Erdreich fährt. Fried wohnt ganz in der Nähe der Baustelle und er war auch der Anwohner, den der Baggerlärm aufgeschreckt hatte: „Ich hatte unruhig geschlafen.“ Bis die alarmierte Polizei kam, hatten die Jugendlichen offenbar schon gemerkt, dass man auf sie aufmerksam geworden war – und hatten das Weite gesucht. Fried geht davon aus, dass zumindest einer der beiden Jugendlichen schon mit einem Bagger gefahren ist: „Ganz so einfach ohne jede Erfahrung geht das nicht.“ Der Beigeordnete hofft, dass durch die Berichterstattung über den Fall den beiden klar wird, dass dies kein Dumme-Jungen-Streich mehr war. Sondern ein riskantes Spiel mit dem Feuer.

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