Ramstein RHEINPFALZ-Podcast zum Unglück in Ramstein soll im Frühjahr erscheinen
Burger, Popcorn, fremde Sprachen, Rock“n“Roll – all das gab es in den 1980er-Jahren nicht selbstverständlich an jeder Ecke. Das sorgte für ein Gefühl von Urlaub, für viele Familien eine willkommene Abwechslung. Das hat Roland Fuchs erzählt, der mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter vor Ort war – und der später schwerverletzt im Krankenhaus aufwachte. Aber auch für die vielen Technikfans und Amerika-Begeisterten in der Region war die Veranstaltung ein Muss. Flugzeugstaffeln, Hubschrauber, Kampfjets und viele andere technische Meisterwerke gab es zu bestaunen.
Über 300.000 Besucher kamen 1988 nach Ramstein – zu keinem Flugtag auf der ganzen Welt kamen je wieder so viele Menschen an einem Tag. Beworben wurde das Fest unter anderem mit der atemberaubenden Flugshow. Ihr Höhepunkt: die berühmten dreifarbigen Pfeile, die „Frecce Tricolori“, aus Italien. Sie starteten um 15.40 Uhr ihre letzte Nummer der Flugshow, die Figur „Das durchstoßene Herz“. Und weil einer der Piloten, der sogenannte Solist, seinen Looping etwas zu spät und etwas zu tief beendete, stieß er mit zwei seiner Kollegen zusammen. Sein Flugzeug stürzte in die Menschenmenge, 700 Liter brennendes Kerosin ergossen sich über die Zuschauer. Viele zogen sich schlimmste Verbrennungen zu oder starben noch vor Ort. 70 Tote, mehr als 500 Verletzte.
Hat jemals jemand Verantwortung übernommen?
Das war vor mehr als 33 Jahren. Und heute? Wie geht es den Opfern und ihren Angehörigen? Was ist aus der Katastrophen-Nachsorgegruppe geworden, die Sybille Jatzko damals gegründet hat? Es war eine der ersten ihrer Art, das veränderte viel in der Nachsorge für Betroffene von Katastrophen. Heute, so viel kann man schon verraten, finden Opfer mehr Gehör als 1988. Politiker haben damals – wie so häufig bei solchen Katastrophen – schnelle und „unbürokratische“ Hilfe versprochen. Kam diese Hilfe an? Oder mussten die Betroffenen in langen Prozessen für ihr Recht kämpfen? Hat jemals jemand die Verantwortung für die Katastrophe übernommen? Was sagt der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Bernhard Vogel heute dazu?
Im Nachhinein gab es viel Kritik. Es hätten viel mehr Menschenleben gerettet werden können, heißt es. Die Rettungsaktionen endeten mit katastrophal überlaufenen Krankenhäusern, chaotisch umherfahrenden Bussen, voll mit unversorgten Verletzten, und sie endeten mit Rettungskräften, die nicht mehr helfen konnten, weil die Verletzten bereits abtransportiert waren. Hat man daraus gelernt? Was kann Notarzt Dr. Klaus-Peter Wresch erzählen, der einer der ersten Notärzte vor Ort war?
Antworten auf diese Fragen gibt es noch im Frühjahr im neuen RHEINPFALZ-Podcast.