Rheinland-Pfalz Rapshonig ohne Rückstände

Dropleg-Technik: Gespritzt wird unterhalb der Rapsblüte.
Dropleg-Technik: Gespritzt wird unterhalb der Rapsblüte.

«BAD KREUZNACH.» Rapshonig ohne chemische Rückstände sowie gesunde Bienen wünschen sich Verbraucher und Imker. In der Pfalz wurde 2018 eine neue Spritztechnik in Rapsfeldern getestet, doch die Ergebnisse sind noch nicht aussagekräftig. Jetzt gibt es Neuigkeiten beim Projekt „Bauer hilft Biene“.

Der Einsatz von Pestiziden soll mit Hilfe des landesweiten Projekts „Bauer hilft Biene“ verringert werden. Doch bislang ging es, wie berichtet, nicht voran mit dem Vorhaben. Jetzt will die Technische Hochschule Bingen einsteigen. Dies hat die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz bestätigt. Anfang März wollen sich die Projektpartner in Bad Kreuznach zusammensetzen, um die weiteren Schritte zu planen. Wilhelm Zimmerlin kümmert sich bei der rheinland-pfälzischen Landwirtschaftskammer um das Projekt, das die Artenvielfalt verbessern und den Honigbienen nutzen soll. „Wir sind froh, dass wir Professor Jan Petersen von der TH Bingen für die wissenschaftlichen Versuche in Rapsfeldern gewinnen konnten“, so Zimmerlin. Petersen werde am 6. März erste Vorschläge präsentieren. Die Idee: Auf zwei großen Feldpartien in benachbarten Gemarkungen soll mit verschiedenen Fruchtfolgen experimentiert werden. Einmal sollen die Felder auf herkömmliche Art bewirtschaftet werden, während am zweiten Standort verschiedene Dinge ausprobiert werden. Zimmerlin nennt die neue Raps-Spritztechnik Dropleg, Blühstreifen und weitere Elemente, von denen Bienen und andere Insekten profitieren könnten. „Hier brauchen wir natürlich die Hilfe der Landwirte. Sie wissen, welches Ackergelände für die Versuche in Frage kommt“, sagt Zimmerlin. Die TH wird die Versuche drei Jahre lang wissenschaftlich begleiten und auswerten. Mit dem Projekt will sich die Kammer Mitte Juni um EU- und Landesmittel bewerben. Außerdem hofft Zimmerlin, neben Landwirten und Imkern auch die Maschinenringe zu gewinnen. Das Geld für „Bauer hilft Biene“ soll aus einem Fördertopf mit dem sperrigen Namen „EIP-Agri“ kommen, den es seit 2015 gibt. EIP steht für Europäische Innovationspartnerschaft. Rheinland-Pfalz kann aus diesem Topf auf 6,7 Millionen Euro zugreifen. Mit dem Geld soll eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden. Zwei Millionen Euro wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Mainz bereits in sieben verschiedene Vorhaben gesteckt. Ein Teil des übrigen Fördergeldes könnte nun in den Insektenschutz fließen, wenn Imker, Bauern und Hochschule mit ihrem Projekt bei der EU punkten können. „Zum Zug kommen nur die besten Projekte, bei denen Bauern, Forscher, Berater und Unternehmer umwelt- und tiergerecht zusammenarbeiten“, sagt der zuständige Referent Olaf Maier von der ADD Trier. Entscheidend sei die Rangfolge der Bewertung. Wie die Gelder genau verteilt werden, kann Maier nicht sagen. Für das Bienenprojekt werden nach Auskunft der Kammer rund 300.000 Euro benötigt. Unterstützt wird das Ganze vom Bauern- und vom Imkerverband sowie vom Bieneninstitut Mayen.

x