Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzer Handwerkskammer: Dirk Fischer aus Neustadt neuer Präsident

Freut sich über seine Wahl zum Präsidenten: Dirk Fischer.
Freut sich über seine Wahl zum Präsidenten: Dirk Fischer. Foto: VIEW

Der Tischlermeister Dirk Fischer gewann die Wahl am Mittwoch knapp gegen einen Mitbewerber. Damit löst der Neustadter die Friseurmeisterin Brigitte Mannert ab, die zehn Jahre lang im Amt war und aus Altersgründen nicht mehr kandidierte.

Kaiserslautern. Bei den 42 Stimmberechtigten der Vollversammlung setzte sich Dirk Fischer (55) in Kaiserslautern mit vier Stimmen Vorsprung gegen Michael Müller (58) aus Gönnheim (Kreis Bad Dürkheim) durch. Der Kfz-Mechanikermeister und Kfz-Elektrikermeister, der bis 2017 alleiniger Gesellschafter des Autohaus Mühlenberg war, scheiterte nach der knappen Präsidentenwahl auch bei der Wahl des Vizepräsidenten der Arbeitgeberseite und des Kammervorstandes, dem er seit 2014 angehörte.

Der neue Präsident Dirk Fischer ist bereits seit 2009 Mitglied des Vorstandes der Handwerkskammer der Pfalz. Der Tischlermeister betreibt eine Schreinerei in Neustadt. Seit 2004 ist er Mitglied im Vorstand der Schreinerinnung, seit 2015 stellvertretender Obermeister. Von 2009 bis September diesen Jahres war Fischer Kreishandwerksmeister. Mit dem Verein Handwerk in die Politik setzt er sich politisch für seine Branche ein. In Neustadt engagiert sich der Tischlermeister im Bereich Ausbildungsförderung. Außerdem baute er eine Vermittlungsplattform auf, die sozial schwächeren Jugendlichen und Flüchtlingen eine duale Ausbildung im Handwerk vermittelt. Fischer ist verheiratet und hat drei Kinder.

Mannert war zehn Jahre im Amt

Neuer Vizepräsident der Arbeitgeberseite wurde Michael Wafzig. Der Radio- und Fernsehtechnikermeister, der seit 1993 ein Geschäft in Trulben betreibt, war bislang Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Westpfalz. Für die Arbeitnehmerseite wurde Michael Lehnert in seinem Amt bestätigt.

Die scheidende Präsidentin Brigitte Mannert hat das Amt zehn Jahre lang ausgeübt. Zuvor war die Friseurmeisterin aus Bayerfeld-Steckweiler fünf Jahre lang Vizepräsidentin der Handwerkskammer der Pfalz. „Trotz Finanz- und Wirtschaftskrisen blieben wir in den letzten fünf Jahren weitgehend verschont“, resümierte sie in ihrer Rede. Sorge bereite ihr hingegen die Entwicklung des Ausbildungsmarktes. „Sie hat uns alles an Engagement abverlangt, um junge Menschen fürs Handwerk zu begeistern“, sagte sie. Der Beschäftigungsmarkt habe sich in den letzten Jahren vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt gewandelt.

Spezielle Angebote für Gymnasiasten

Zu den Projekten, die sie in ihrer Zeit als Präsidentin auf den Weg gebracht hat, zählte die Friseurmeisterin die Erweiterung und Modernisierung der Werkstätten der Bildungszentren, die Einrichtung von Beratungs- und Servicezentren in Ludwigshafen und Landau sowie die Wahl des Hauptgeschäftsführers Till Mischler.

Dieser kündigte in seiner Rede an, künftig einen größeren Fokus auf Gymnasien zu legen. In der Pfalz gebe es überdurchschnittlich viele Gymnasiasten. Für die wolle man nun spezielle Angebote schaffen, um für eine Ausbildung im Handwerk zu werben.

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks gab ihm Recht. Er forderte zudem die Politik auf, dem Handwerk mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Es sei ein Armutszeugnis, wenn berufsbildende Schulen nicht top-ausgestattet seien. Außerdem plädierte er für die Kostenfreiheit der Meisterausbildung. Und er verstehe nicht, warum Studierende bei ihren Eltern mitversichert sein könnten und sich Auszubildende im Handwerk selbst versichern müssten. Hier müsse die Politik das Handwerk entlasten.

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