Trier Nach Amokfahrt: Schwerstverletzte außer Lebensgefahr
Viel Zeit brauche es auch für Opfer und Angehörige, die Ereignisse vom 1. Dezember 2020 aufzuarbeiten, sagte der Opferbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek. Am vergangenen Wochenende hatte es ein erstes Treffen von 30 Betroffenen zum Austausch gegeben.
Bei der Tat waren fünf Menschen getötet und 24 Personen zum Teil schwer verletzt worden. Zudem gebe es rund 300 Menschen, die psychische Verletzungen erlitten haben. Ein Amokfahrer war mit seinem Sportgeländewagen durch die Fußgängerzone gerast und hatte gezielt Menschen angesteuert. Der 51 Jahre alte mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft und hat noch keine Angaben zum Motiv gemacht.
Dreyer: „Solidarität beeindruckend“
Die Opfer und Angehörigen hätten beim Treffen deutlich gemacht, dass sie den Zeitpunkt einer Gedenkveranstaltung selbst bestimmen wollten. Sie solle so stattfinden, dass alle, die wollten, daran teilnehmen könnten, berichtete der Trierer Oberbürgermeister. Am Tattag seien rund 800 Polizisten, Retter und Helfer im Einsatz gewesen. Auch bei den Planungen zu einem zentralen Gedenkort in Trier sollten die Wünsche der Betroffenen entscheidend sein, sagte Leibe.
Die Amokfahrt in Trier sei „ein einschneidendes Ereignis für die Stadtbevölkerung“ gewesen, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Es werde noch sehr lange nachwirken: „Weil diese Unbefangenheit einfach weg ist.“ Es habe viele Menschen gegeben, die die Tat direkt vor Ort miterlebt hätten. „Das vergisst man nicht so schnell“, sagte sie. Beeindruckend sei die „überwältigende, unglaubliche Solidarität“ mit den Opfern und Angehörigen in Trier gewesen.
Mehr als eine Million Euro Spenden
Für die Opfer und Angehörigen seien mehr als eine Million Euro von rund 10.300 Spendern eingegangen, berichtete Leibe. Ein Teil sei als Soforthilfe an Familien gegangen, die Tote zu beklagen hatten. Auch für die Schwerstverletzten gebe es das Angebot der Soforthilfe. Mit dem Geld werde eine Stiftung gegründet, die die Mittel dann auszahle.
Die Nachsorge-Gruppe von Betroffenen wolle sich nun einmal pro Monat treffen, sagte Placzek. Die Treffen würden unter Federführung der Stiftung Katastrophen-Nachsorge angeboten. Es könne gut sein, dass sich mit der Zeit noch weitere Opfer meldeten.