Coronavirus RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Lockerungen zurück auf Los

In Ludwigshafen sind die Einzelhandelsgeschäfte noch geöffnet, im Rhein-Pfalz-Kreis dürfen dagegen Kunden die Läden nur noch bet
In Ludwigshafen sind die Einzelhandelsgeschäfte noch geöffnet, im Rhein-Pfalz-Kreis dürfen dagegen Kunden die Läden nur noch betreten, wenn sie zuvor einen Termin vereinbart haben.

Die Kommunen reagieren unterschiedlich auf rasch steigende Corona-Neuinfektionen: Während Frankenthal bereits ab Samstag Ladenöffnungen wieder zurücknahm, zieht der Rhein-Pfalz-Kreis an diesem Dienstag nach. Per Erlass will das Land die Stadt Pirmasens zu ähnlichen Maßnahmen zwingen.

Am Montag hatte die Geduld im rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium offensichtlich ein Ende: Kurz vor 18 Uhr informierte es per Mail, dass nun ein Erlass eine „Notbremse“ für Pirmasens regele. Im Klartext: Das Land will die Stadt zwingen, die seit einer Woche geltenden Lockerungen wieder zurückzunehmen. Insbesondere sollen die Einzelhandelsgeschäfte wieder geschlossen werden, lediglich der Termineinkauf soll dann noch möglich sein.

Die Stadt Pirmasens hatte dagegen die Geschäfte trotz des landesweit höchsten Inzidenzwertes von 169 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage weiter offen halten wollen. Allerdings wollte die Stadt die – bezogen auf die Verkaufsfläche – maximal zulässige Kundenanzahl verringern. Außerdem kündigte die Stadt am Montag an, dass ab Mittwoch bis zum Beginn der Osterferien am 26. März der Präsenzunterricht an den allgemeinbildenden Schulen ab Klassenstufe sieben sowie an den Berufsbildenden Schulen entfallen werde.

Inzidenzwert steigt in Ludwigshafen auf 78,4

Die Ludwigshafener Stadtverwaltung verkündete am Montag – noch? – keine Rücknahmen von Corona-Lockerungen. Dabei war dort der Inzidenzwert auf 78,4 gestiegen. Solche Rücknahmen wären eigentlich nach den im „Bündnis für sicheres Öffnen“ zwischen Land, Kammern, Einzelhandel und Kommunen getroffenen Absprachen auch dort angezeigt gewesen. Nämlich dann, wenn die Inzidenz sowohl landesweit als auch in einzelnen Kommunen an drei Tagen in Folge über 50 gestiegen ist. Dies trifft seit dem Wochenende auch auf Ludwigshafen zu.

Im Rhein-Pfalz-Kreis ist der Inzidenzwert am Montag sogar auf 82,5 geklettert. Dort wurden die erst vor einer Woche in Kraft getretenen Lockerungen teilweise wieder zurückgenommen: Von diesem Dienstag an müssen in dem Landkreis gewerbliche Einrichtungen wieder schließen. Allerdings dürfen Kunden nach vorheriger Terminvereinbarung eingelassen werden. Ähnliches gilt ab Dienstag auch in der Landeshauptstadt Mainz. Dabei liegt dort der Inzidenzwert „erst“ bei 53,5. Die Schließung des Einzelhandels sei ein „bitterer, aber notwendiger Schritt“, erklärte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Montag.

Schüler werden wieder in ihren Klassenräumen unterrichtet

Während mancherorts die Zeichen auf Lockdown stehen, gelten seit Montag trotz ansteigender Infektionszahlen in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz neue Lockerungen: Drei Monate nach Aufhebung der Präsenzpflicht an den Schulen in Rheinland-Pfalz können jetzt wieder die meisten Kinder und Jugendlichen in ihren Klassenräumen unterrichtet werden. In allen bislang noch fehlenden Klassenstufen habe am Montag der Wechselbetrieb in geteilten Klassen begonnen, teilte eine Sprecherin des Bildungsministeriums mit.

Den Anfang hatten bereits am 22. Februar die Grundschulen gemacht, vor einer Woche kamen die Fünft- und Sechstklässler dazu. „Schule lebt vom Austausch und vom Miteinander“, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Ausnahmen vom Wechselunterricht soll es geben, wenn die Inzidenz über 100 steigt.

58 Grundschulen coronabedingt geschlossen

Von 962 Grundschulen in Rheinland-Pfalz waren zuletzt 58 coronabedingt geschlossen. An 30 Grundschulen befanden sich einzelne Klassen oder ihre Lehrkräfte in Quarantäne. Die Präsenzpflicht war für alle Schulen wegen stark gestiegener Infektionszahlen am 16. Dezember aufgehoben worden.

x