Rheinland-PFalz RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Männer im Landtag: Wähler unterlaufen Frauenquote

Der Plenarsaal im Landtag in Mainz.
Der Plenarsaal im Landtag in Mainz.

Na, merken Sie was? In der Überschrift dieses Textes steht das generische Maskulinum „Wähler“. Jene männliche Form, die nach Überzeugung von Gendersternchen-Hassenden Frauen und Personen diversen Geschlechts mitdenkt. Konkret alle, die bei der Landtagswahl ihr Kreuz gemacht haben. Aber wer denkt beim schnellen Lesen nicht an männliche Wähler, die die Frauenquote unterlaufen haben? Sprache ist komplex.

Gleichberechtigung auch. Die SPD Rheinland-Pfalz hat ihre Landesliste für die Landtagswahl bis Platz 42 streng quotiert: Beginnend mit der Spitzenkandidatin, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, folgte auf jede Frau ein Mann, dann wieder eine Frau und wieder ein Mann. Dennoch gibt es unter den 39 neu gewählten Abgeordneten mehr Männer als Frauen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. 16 Sozialdemokratinnen und 23 Sozialdemokraten werden zur konstituierenden Sitzung am 18. Mai in den Plenarsaal einziehen.

SPD steht überdurchschnittlich gut da

Warum? Weil mehr Männer als Frauen ein Direktmandat gewonnen haben. Zum Beispiel Andreas Rahm aus Kaiserslautern oder Oliver Kusch aus Kusel. Auf den Listenplätzen 42 oder 47 hätten sie es nicht geschafft, wenn sie im Wahlkreis verloren hätten. So aber sind sie unter den Top 39, während zum Beispiel Rebecca Wendel aus Zweibrücken auf Platz 35 der Liste rausfällt und nicht in den Landtag kommt. Ihren Wahlkreis hat Christoph Gensch (CDU) direkt gewonnen. Mit einer Frauenquote von 41 Prozent steht die SPD dennoch überdurchschnittlich gut da. Denn im neuen Landtag werden Frauen zu 31,7 Prozent vertreten sein – 32 von 101 Abgeordneten sind weiblich, aktuell sind es 34.

Neue Männerbastion eingezogen

An den Grünen liegt es nicht: fünf Frauen, fünf Männer. Ganz anders die AfD: Eine Frau, acht Männer werden sie vertreten, die Quote liegt bei 11,1 Prozent. Mit den Freien Wählern zieht eine weitere Männerbastion ein, eine Frau, fünf Männer, macht 16,7 Prozent. Die FDP stellt zwei weibliche und vier männliche Abgeordnete, macht 33,3 Prozent. Unter den 31 künftigen CDU-Abgeordneten sind sieben Frauen (22,6 Prozent). Ohne Direktmandate wären es acht gewesen.

Womit wir wieder bei der Überschrift wären. Zwar haben die Wählenden die von der SPD festgesetzte Frauenquote unterlaufen, aber vier Parteien haben von vornherein viel mehr Männer als Frauen aufgestellt.

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