Coronavirus Landkreistag: „Inzidenz nicht einziges Kriterium für den Lockdown“

„Mehr testen und öffnen“ fordert der Landkreistag.
»Mehr testen und öffnen« fordert der Landkreistag.

Der Landkreistag Rheinland-Pfalz hat Eckpunkte für eine Öffnungsstrategie erarbeitet. Dabei geht es um ein Verfahren für alle Kommunen und die Wirtschaft im Land. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Rheinland-Pfalz begrüßt das Konzept.

„Wir müssen langfristig weg von Inzidenzien als alleiniges Kriterium. Die Krankheitssituation, die Belastung der Krankenhäuser, die Impf- und die Testsituation muss mit in die Beurteilung“, fordert Günther Schartz, der Vorsitzende des Landkreistags. Dem stimmt auch der Dehoga zu. Verbandspräsident Gereon Haumann: „Die Politik sollte sich endlich auf differenzierte Beurteilungen konzentrieren und zielgerichtete Maßnahmen umsetzen.“ Hotellerie, Gastronomie, Kultur, Einzelhandel und Sport bräuchten dringend verlässliche Öffnungsperspektiven.

Der Landkreistag als kommunale Spitzenverband der 24 Landkreise fordert im Hinblick auf die Testungen:

„Solange es noch an Impfstoff mangelt muss intensiv getestet werden. Um dies zu ermöglichen halten wir ,lokale Testnetzwerke’ für nötig“, sagt Schartz. Dann könnten alle in einem Ort, Kommune, Ärzte, Apotheker, Einzelhandel, Gastronomie oder Gesundheitseinrichtungen zusammenarbeiten und gemeinsam Testmöglichkeiten schaffen, die deutlich längere Öffnungszeiten haben, so Schartz. Wenn es eine umfassende Teststrategie gebe, sei es auch vertretbar die Innengastronomie sowie die Hotels zu öffnen und die Differenzierung zwischen Lebensmittel und weiterem Einzelhandel wegfallen zu lassen. Für Gaststätten, private, kirchliche oder öffentliche Veranstaltungsräume oder Bürgerzentren brauche es Förderprogramme oder staatliche Anreize, um Räume und Einrichtungen belüftungstechnisch zu ertüchtigen, heißt es im Konzept des Landkreistags.

Impfen solle nach Ansicht des Spitzenverbands in Betrieben ermöglicht werden. Die Impfpriorisierung solle flexibler gehandhabt werden und Menschen der Prioritätsgruppe eins und zwei, die noch nicht geimpft seien, sich freiwillig isolieren, heißt es in dem Konzept des Landkreistags.

Bei Schulen setzten die Kreise auf das „Germersheimer Modell“, in dem die Schülerinnen und Schüler sich unter Anleitung einer Lehrkraft zwei Mal pro Woche selbst testen. Diese sollten möglichst montags und freitags erfolgen, um Daten zu gewinnen, wie sich das Virus in der Freizeit verbreitet und um zu verhindern, dass „Wochenendinfektionen“ in die Schule getragen würden.

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