Rheinland-Pfalz Kraftakt auf der Mammut-Baustelle

Weilerbach (gana). Es ist wahrscheinlich das finanziell aufwendigste Bauvorhaben, das momentan in der Pfalz abgewickelt wird: Der Bau eines US-Hospitals bei Weilerbach (Kreis Kaiserslautern) kostet voraussichtlich 650 Millionen Euro. Rund 130 Millionen Euro übernimmt die Bundesrepublik, den Rest zahlen die USA. 2022 soll die Klinik an das US-Militär übergeben werden. Momentan laufen auf dem Gelände umfangreiche Erdarbeiten.
Das Amt für Bundesbau, kurz ABB, wickelt den Neubau des US-Hospitals ab. Um die Arbeiten vor Ort kümmert sich der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) . Seit einigen Wochen steht die Baustelle komplett unter Aufsicht des LBM. Statt der US-amerikanischen Soldaten kontrolliert nun eine deutsche Sicherheitsfirma das Areal. Dafür wurde extra ein Eingang an der L 369 errichtet und das 650 Hektar große Gelände östlich der Ramsteiner Air Base mit einem Sicherheitszaun von dem Militärflughafen abgetrennt. Seit Mai hat die nächste Phase auf der Mammut-Baustelle begonnen. ABB-Direktor Christoph Strohschneider spricht von „großen Erdbewegungen“ – insgesamt werden 175.000 Kubikmeter Oberboden abgetragen und 470.000 Kubikmeter Erde bewegt. Das Gelände, auf dem später das Krankenhaus stehen soll, hat Höhenunterschiede, die sollen nivelliert werden. Für diesen Schritt auf dem Weg zum Neubau haben die Planer knapp ein Jahr angesetzt. Bis März 2016 sollen die Erdbewegungen geschafft sein. Nach dem Spatenstich im vergangenen Oktober rückten die Kampfmittelräumer an. Das Gelände des ehemaligen US-Munitionsdepots wurde auf explosive Überbleibsel abgesucht. Außerdem haben Arbeiter mittlerweile Wurzeln und Baumreste aus dem Erdreich entfernt – zuvor wurden 46 Hektar gerodet, um Platz für das US-Hospital zu schaffen. Inzwischen wurde auf der Baustelle sogar eine eigene Tankstelle eingerichtet – mit dazugehöriger Bodenwanne, damit eventuell auslaufende Kraftstoffe den Boden nicht verunreinigen. Laut ABB-Direktor Strohschneider soll nur wenig Boden abtransportiert werden – nicht zuletzt um die Anwohner möglichst wenig zu belasten. Während auf der Baustelle kräftig Erde verschoben wird, laufen im Hintergrund die Planungen weiter. Derzeit wird mit einer Ausschreibung nach einem Planer für die Gebäudekomplexe gesucht. Im Herbst soll ein Generalplaner den Auftrag bekommen. Momentan gibt es einen Vorentwurf, verantwortet von amerikanischer Seite. Der Generalplaner geht dann an den Feinschliff. Das Krankenhaus soll 68 Betten haben, die im Bedarfsfall auf 93 aufgestockt werden. Hinzu kommen 120 Untersuchungsräume und neun OP-Säle. In der Westpfalz sollen verwundete Soldaten aus Asien, Europa und Afrika sowie die etwa 60.000 rund um Kaiserslautern lebenden US-Amerikaner behandelt werden. Momentan gibt es ein US-Hospital in Landstuhl (Kreis Kaiserslautern). Der Neubau, der bei den amerikanischen Streitkräften unter der Projektbezeichnung „Kaiserslautern Military Community Medical Center“ läuft, soll das 1953 gebaute Landstuhler Hospital ersetzen. Das neue Krankenhaus verfügt neben einer moderneren Infrastruktur über einen weiteren Vorteil aus Sicht der US-Streitkräfte: Es ist direkt über die Air Base erreichbar. Die Grundsteinlegung des US-Hospitals ist noch nicht genau terminiert.