Kommentar
Kommentar zur Wasserstoffstrategie: Sauber rechnen
Der Transferstelle Bingen (TSB), eine der führenden Institutionen im Land für regenerative Energien und alternative Techniken, ist ein peinlicher Fehler passiert. Ihre Zahlen zum Wasserstoffbedarf im Jahr 2050 werden schon im Jahr 2020 alleine durch den Großverbraucher BASF übertroffen. Das macht alle Schlüsse, die die Grünen-Fraktion im Landtag als Auftraggeber der Studie daraus gezogen hat, zur Makulatur.
Noch zu wenig erforscht
Der Fall zeigt aber auch, wie wenig das Zukunftsfeld Wasserstoff erforscht ist. Unterschiedliche Institute ermitteln für die Bundesebene Bedarfe, die dann von Dritten wie der TSB auf eine Landesebene heruntergerechnet werden. Das Ergebnis unterscheidet sich nicht vom Blick in die Glaskugel. Es kommt nur seriöser daher. Alleine die Industrie braucht gewaltige Mengen Wasserstoff. Dessen Produktion mit Wind- und Sonnenkraft zu verbinden ist sinnvoll, weil damit ein Speicherproblem gelöst wird – die Kostenfrage einmal ausgeklammert. Doch bevor die Politik einfache Lösungen präsentiert, sollte sie zunächst einmal sauber rechnen lassen.