Rheinland-Pfalz Kommentar: Selbstbediener

Placeholder-Image

Im LSVS-Prozess wurden gestern drei Urteile gesprochen. Das ganze Sportsystem des Saarlandes saß

mit auf der Anklagebank.

„Die Rahmenbedingungen des Systems des Saar-Sports haben zum Missbrauch eingeladen.“ Und: „Echte Ehrenamtler tun so was nicht.“ Das Plädoyer des Staatsanwaltes im Untreue-Prozess gegen drei ehemalige Präsidiumsmitglieder des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) ließ gestern an Deutlichkeit nichts vermissen. In jahrelanger Übung habe sich ein Gewohnheitsrecht des Machtmissbrauchs und der Selbstbedienung herausgebildet. In einer langen Reihe lösten sich Spitzenpolitiker des Saarlandes als Präsidenten des 370.000 Mitglieder zählenden Sportverbandes ab. Sie verwalten zweistellige Millionenbeträge, die ihnen per Landesgesetz aus Erlösen der Toto-Lotto-Gesellschaft zugeführt werden. Das saarländische „Sport-Achtel“ – eine garantierte Geldspritze – ist einmalig in der Republik. Klaus Meiser und zwei Mitpräsidenten wurden gestern verurteilt. Mit ihnen saß das ganze System des Saar-Sports auf der Anklagebank. Abgeurteilt wurde es nicht. Aber es bedarf der dringenden, der rosskur-artigen Reform.

x