Rheinland-Pfalz Kommentar: Der Absturz

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CDU und SPD haben keine schlechte Arbeit im Bezirkstag geleistet.

Der Wähler hat sie für ihre Parteifreunde auf Bundesebene abgestraft.

Gerade mal 20 Jahre ist es her, dass die Pfälzer nur zwei Parteien, nämlich CDU und SPD , in den Bezirkstag wählten. 16 der 29 Sitze entfielen damals auf die Christ- und 13 auf die Sozialdemokraten. FDP, Grüne, Freie Wähler und Republikaner mussten sich von 1999 bis 2004 mit der Rolle der außerparlamentarischen Opposition bescheiden. Dieses Mal hat der Wähler die einstmals so Großen massiv geschwächt – zugunsten der Kleinen. Dabei ist es nicht ihre Arbeit im Bezirkstag, die zu diesem historischen Absturz in der Wählergunst führte. Beide haben in den vergangenen fünf Jahren reibungslos zusammengearbeitet. Ihre Weichenstellungen folgten nicht ideologischen, sondern überwiegend pragmatischen Überlegungen. Gegenstimmen kamen selbst von den Oppositionsparteien nur in den seltensten Fällen, Enthaltungen waren meist die härteste Form ihrer Kritik. Die Bürger haben CDU und SPD in der Pfalz stellvertretend für die Politik der ungeliebten großen Koalition auf Bundesebene abgestraft. Das ist bitter für die Kommunalpolitiker, die sich in der Region für das Pfalztheater, das Historische Museum oder auch das Pfalzklinikum ins Zeug legen. Politik ist ein undankbares Geschäft. Das haben die Gewinner der gestrigen Wahl vor 20 Jahren auch schon erfahren müssen.

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